Hamburg: Stadtbahn oder U5?

  • Das Argument gegen die Stadtbahn vorher war das sog. "neue System".

    Das Argument besteht auch weiter fort! Ein "neues System" wird nur möglich sein, wenn alle relevanten Interessengruppen an einem Strang ziehen oder wenn es durch die Politik aufoktroyiert wird. Erste Variante ist die langwierige (und damit mit fortlaufender Dauer immer unwahrscheinlichere), die zweite Variante wird so schnell kein Politiker in D in Regierungsverantwortung, der wiedergewählt werden will, nach Stuttgart21 mehr anpacken wollen.

  • Zitat

    Erste Variante ist die langwierige (und damit mit fortlaufender Dauer immer unwahrscheinlichere), die zweite Variante wird so schnell kein Politiker in D in Regierungsverantwortung, der wiedergewählt werden will, nach Stuttgart21 mehr anpacken wollen.

    Nach Stuttgart 21, der Elbphilharmonie und BER würde ich eher ne Straßenbahn als eine U-Bahn bauen wollen als Entscheider. Wenn ich mir das recht überlege, will ich auf keinen Fall, dass die Banausen ein 3-Mrd.-Europrojekt anpacken.

  • Nach Stuttgart 21, der Elbphilharmonie und BER würde ich eher ne Straßenbahn als eine U-Bahn bauen wollen als Entscheider. Wenn ich mir das recht überlege, will ich auf keinen Fall, dass die Banausen ein 3-Mrd.-Europrojekt anpacken.

    Ja, das stimmt wohl auch wieder! Die Berliner U5 wirft ihre dunklen Schatten auch voraus Wobei, für hiesige Verhältnisse ist das natürlich gar nichts.

  • Schönes Propagandabild aus der Kellinghusenstraße. Glaubt auch nur irgendjemand, das hätte man so durchgesetzt bekommen?

    Ich lass mich gern überzeugen, aber meine Erfahrungen mit Stadtbahnen aus Köln sind eindeutig negativ.

  • Übrigens, weil Du den Haltestellenabstand angesprochen hast. Wenn man an jede U-Bahn Station konsequent eine Stadtradstation baut, dann ist das kein Problem mehr. Außerdem wird die Reisezeit von Steilshoop in die Innenstadt ziemlich unzumutbar wenn man an jeder Gießkanne hält.

  • Stadtrad-Stationen an jeder Haltestelle lösen das Problem mit dem Abstand der Haltestellen nur bedingt. Gerade für den Start oder das Ende einer Fahrt nutzen die nichts. Niemand will mit einem Stadtrad nach Hause fahren bzw. hat normalerweise niemand ein Stadtrad zu Hause um damit zu einer Haltestelle zu fahren.

  • Zitat


    Schönes Propagandabild aus der Kellinghusenstraße. Glaubt auch
    nur irgendjemand, das hätte man so durchgesetzt bekommen?

    Ich lass mich gern überzeugen, aber meine Erfahrungen mit Stadtbahnen aus Köln sind eindeutig negativ.


    Ja, klar. Wenn die Menschen das nicht gut fänden, wäre das kein "schönes Propagandabild" :)

    Ich glaube nicht, dass wir irgendwas anderes als solche Niederflurgleisanlagen bekämen.

  • Schönes Propagandabild aus der Kellinghusenstraße. Glaubt auch nur irgendjemand, das hätte man so durchgesetzt bekommen?

    Ich lass mich gern überzeugen, aber meine Erfahrungen mit Stadtbahnen aus Köln sind eindeutig negativ.

    Ich habe daran nicht gezweifelt. Die Pläne dazu waren fertig. Übrigens hat die Kellinghusenstraße eine Verkehrsmnege von nur ca. 10.000 Kfz am Tag. Dazu braucht es nicht vier Fahrspuren wie heute. Also weniger Verkehr als auf der Feldstraße / Neuer Kamp, wo dieses Jahr noch je eine Fahrspur je Fahrtrichtung in Radstreifen umgewandelt werden soll. Aber daran glaubst du auch nicht - vermute ich nun . . .


  • Bei den Stadtbahnen der 60er bis 80er Jahre war es wirklich so, da baute man ohne Rücksicht auf das Stadtbild regelrechte Eisenbahnstrecken mit Zäunen und Hochbahnsteigen in die Straßenmitte, etwa die Eschersheimer Landstraße in Ffm, aber auch aus Köln und Stuttgart gibts entsprechende Beispiele.

    Moderne Stadtbahnen wie die von Forumteilnehmer erwähnte Tram Paris sind niederflurig und werden mit Rasengleisen oder aufgepflasterten Trassen unabhängig vom Kfz-Verkehr geführt, ohne die Stadtviertel zu zerschneiden. Ein paar Beispiele von der 2012 eröffneten Linie T3, die die Ring-Boulevards um Paris befährt:

    Diese Rasengleise mögen zwar harmlos aussehen, zerschneiden aber Stadtviertel kaum weniger als abgezäunte Strecken. Als Fußgänger oder Radfahrer kann man die Gleise eigentlich nur an dafür vorgesehenen Stellen überqueren, an kleineren Einmündungen ist gelegentlich das Linksabbiegen unmöglich, die (möglichen) höheren Geschwindigkeiten der Bahnen fördern auch nicht gerade die Aufenthaltsqualität des Stadtraums.
    In München gibt es derzeit folgendes Szenario: Ehemalige Trambahnstrecken auf eigenem Gleiskörper, welche in den letzten Jahrzehnten durch U-Bahnen ersetzt wurden, werden langsam zurückgebaut, mit dem Erfolg, dass die Fläche für den nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmer größer werden (aktuell z.B. auf der Albert-Roßhaupter-Str. in Bau), neue Trambahnstrecken in die peripheren Wohngebiete werden auf Rasengleisen (Cosimastraße) oder gleich ganz auf eigenen Strecken (23er) errichtet.


    Rasengleis Bestand in Betrieb:

    "Rasengleis" Bestand außer Betrieb:

    Meine ÖPNV-Präferenz (als Fahrgast) ist übrigens U-Bahn, Tram, Bus. Wobei der Bus da mit weitem Abstand letzter ist.

  • Wäre super, wenn die Kellinghusenstraße so aussähe!!! :)

    "Zerschnitten" wird eine Stadt ja wohl weitaus mehr durch mehrstreifige Hauptstraßen, an denen man als Fußgänger nur an Bettelampeln und Kreuzungen die Seite wechseln kann. Natürlich nur in einem ganz schmalen Zeitfenster. Eine Stadtbahn fährt nur alle paar Minuten, da ist das kein Problem.

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Ich zweifle nicht am Feldstraßenumbau sondern bin von diesem direkt (positiv) betroffen und kann ihn kaum abwarten. Dass der derzeitige Zustand der Kellinghusenstraße Mist ist, das ist sicher wahr, aber kein wirkliches Argument für die Stadtbahn.

    In Bonn führen Straßenbahnen mitten durch die Südstadt. Die machen alle 4 Minuten folgendes Geräusch: Sirrrrrrdrüp. KlooonkdRØØØØHn Ramm Ramm Ramm.
    So ungefähr klingt es wenn die Drehstrommotoren runterbremsen und hochfahren. Toll ist diese Geräuschkulisse nicht.

    Mir ist es lieber man macht Radspuren breiter und lässt die Stadtbahn weg.

  • Mir ist es lieber man macht Radspuren breiter und lässt die Stadtbahn weg.

    MIR wäre es lieber, man macht aus der einen verbleibenden Fahrspur eine 20er-Zone und legt zusätzlich breite Radfahrstreifen an... :D

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Mir ist es lieber man macht Radspuren breiter und lässt die Stadtbahn weg.

    Wenn wir hier schon bei "Wünsch Dir was" sind, dann möchte ich bei einer neuen U-Bahn-Linie in Hamburg keinen einzigen Abgang zur U-Bahn, der den oberirdischen Rad- und Fußgängerverkehr beeinträchtig :P
    Andernfalls sollte dann auf eine U-Bahn-Station verzichtet werden :rolleyes:

  • Welche Behinderung? U-Bahnstationen haben ja keine Abgänge auf der Straße

    Die Radwege an der Wandsbeker Chausee müssen natürlich weg.

    Und diesmal glaube ich nicht, dass Radwege und Gehwege an Hauptverkehrsstraßen entlang von U-Bahn-Linien abgeschafft werden und Shared Space eingerichtet wird. Auch nicht beim Bau eimer neuen U-Bahn-Linie.

    Entlang der Wandsbeker Chaussee hat es Abgänge auf der Straße und nicht in den Häusern ;)

  • "Zerschnitten" wird eine Stadt ja wohl weitaus mehr durch mehrstreifige Hauptstraßen, an denen man als Fußgänger nur an Bettelampeln und Kreuzungen die Seite wechseln kann.

    Jedoch scheint es, als wenn häufig nur Schienen bzw. Gleiskörper als "zerschneidend" angesehen werden und Straßen weniger. Ob das wohl damit zusammenhängt, dass sich eine Straße aufgrund des ebenen Baus auch abseits von Ampeln und Überwegen relativ leicht überqueren lässt, während das bei Schienen schon etwas schwieriger sein kann?

    Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muß sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. - Albert Einstein

  • Dass der derzeitige Zustand der Kellinghusenstraße Mist ist, das ist sicher wahr,

    Wieso ist der Zustand Mist? Die Radwege sind da zwar recht neu und breit, aber zum Glück trotzdem nicht benutzungspflichtig. Das Fahren auf der Fahrbahn ist da recht problemlos möglich, selbst direktes Links abbiegen in die Ludolfstraße geht.

  • Wäre super, wenn die Kellinghusenstraße so aussähe!!! :)

    "Zerschnitten" wird eine Stadt ja wohl weitaus mehr durch mehrstreifige Hauptstraßen, an denen man als Fußgänger nur an Bettelampeln und Kreuzungen die Seite wechseln kann. Natürlich nur in einem ganz schmalen Zeitfenster. Eine Stadtbahn fährt nur alle paar Minuten, da ist das kein Problem.

    Natürlich zerschneiden auch mehrspurige Fahrbahnen die Städte, blöderweise verschwinden solche Hauptstraßen aber nicht, nur weil man mittig zusätzlich einen Gleiskörper anlegt. Und selbst wenn dort Spuren wegfallen, ist es zumindest in München meist so, dass Fußgänger und Radfahrer beim Queren eine Ampel mehr zu beachten haben als vorher.

  • Jedoch scheint es, als wenn häufig nur Schienen bzw. Gleiskörper als "zerschneidend" angesehen werden und Straßen weniger. Ob das wohl damit zusammenhängt, dass sich eine Straße aufgrund des ebenen Baus auch abseits von Ampeln und Überwegen relativ leicht überqueren lässt, während das bei Schienen schon etwas schwieriger sein kann?


    Das hängt mM. eher damit zusammen dass immer noch viele Menschen Autofahrspuren als gottgebenen Segen für Fortschritt und Mobilität, Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel dagegen als störendes Ärgernis wahrnehmen. Eine vier- bis sechsspurige Straße im Berufsverkehr ausserhalb ampelgeregelter Überwege zu queren ist gegenüber der Querung einer im 10-Minutentakt befahrenen Stadtbahnstrecke eher als Mutprobe geeignet.
    Und wer sich am Drehstrompfeifen einer anfahrenden Stadtbahn stört, dem wünsche ich neben einer Bushaltestelle mit anfahrenden Gelenkbussen eine angenehme Nachtruhe ;)