Gaga-Radweg an der Esplanade, Hamburg

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    • Gaga-Radweg an der Esplanade, Hamburg

      Ich bin ja eigentlich kein Fan von solchen „Gaga“-Begrifflichkeiten, die mir viel zu sehr nach „BILD“ klingen, aber für diesen neuen Radweg an der Esplanade in Hamburg gibt es einfach keine anderen Begriffe: cycleways.info/gaga-geisterrad…amburg-mitte-neustadt-407

      Bei Hamburgize gibt’s auch einen Beitrag darüber: hamburgize.blogspot.de/2017/08…ur-auf-der-esplanade.html

      Nun ist die Esplanade ein eher blöder Ort zum Radfahren, wenn man nicht gerade erfahrener Alltagsradler ist. Vom Hauptbahnhof herunter kommt man erreicht man die Esplanade und darf dann erstmal gucken, wie man sich in den fließenden Fahrbahnverkehr einordnet. Eine gewisse Zeit lang durfte man auch mit [Zusatzzeichen 1022-10] auf dem Gehweg radeln, dann ist das Zusatzschild aber über Nacht wieder verschwunden.

      Wenn man sich für die Fahrbahnradelei entschied, musste man zwischen drei Fahrstreifen wählen: Links ging’s in die Innenstadt, in der Mitte geradeaus, rechts ging’s zum Dammtor-Bahnhof. Klar, man konnte auch einfach auf dem rechten Fahrsteifen bleiben und dann an der nächsten Kreuzung wieder auf den Radweg wechseln, aber so ganz regelkonform war das ja nicht. Alle drei Fahrstreifen waren recht ungemütlich, die Hupe gehörte zum Tagesgeschäft, erst recht wenn man auf die Idee kam, tatsächlich den mittleren oder gar linken Fahrstreifen zu befahren.

      Und jetzt dieser Radweg. Total super. Als ich gestern dort rumgelaufen bin, habe ich gleich die erste Hupe als renitenter Radfahrer kassiert, weil ich den neuen RAAAADWEEEG nicht benutzt habe. Geil. Ich weiß gar nicht, was ich als erstes an diesem Ding bemängeln soll.

      Dass er über Kopfsteinpflaster führt?

      Dass er über Parkflächen führt, die noch als Parkflächen beschildert sind, so dass der Radweg nicht mehr befahrbar ist, sobald jemand dort parkt?

      Dass er an einem Gehweg, der nicht beradelt werden darf, beginnt und anschließend auf einen Gehweg, der nicht beradelt werden darf, hinaufführt?

      Oder, der Knüller: Dass man nicht in der Lage war, die Fahrradpiktogramme in der richtigen Richtung zu applizieren?

      Ehrlich: Das alles kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Aber mit diesem vollkommen wahnwitzigen Stück Radweg macht man das Befahren der Esplanade zu einem Höllenritt sondergleichen. Wer vorher seelenruhig auf dem Gehweg kurbelte, fährt jetzt in dieser Dooring-Heckklappen-Zone, wer vorher auf der Fahrbahn herumgesaust wird, muss nun mit Maßregelungen rechnen.

      Da fällt mir wirklich nichts anderes mehr ein außer „Gaga-Radweg“.
    • Die GRÜNEN Hamburg-Mitte haben mal nachgefragt:



      Die aktuelle Radwegsmarkierung in der Esplanade ist ein Provisorium und soll keine dauerhafte Lösung darstellen. Die Markierung ist dort in Verbindung mit dem Hochbauprojekt an der Ecke Esplanade/ Neuer Jungfernstieg entstanden.
      Wir haben beim Bezirksamt nachgefragt und eine bessere Lösung gefordert: Langfristig ist ein Umbau der Esplanade im Zuge eines gesamten Umbaus des Ring 1 geplant, wobei auch durchgehende Radverkehrsanlagen entstehen werden. Um kurzfristig das Radfahren an dieser Stelle zu verbessern, soll eine Asphaltschicht auf das Kopfsteinpflaster sowie ein Sicherheitstrennstreifen zu den vorhandenen Parkplätzen aufgebracht werden. "Wir werden als GRÜNE in Mitte ein Auge darauf haben, dass diese Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden", so Michael W. Osterburg.