Woche 32 vom 14. August bis zum 7. August 2017

    • Philip.J schrieb:

      "Fahrradhelme haben etwas dialektisches -
      Sie sollen ihren Träger vor einem schweren Hirnschaden bewahren, man sieht aber damit aus, als hätte man schon einen."

      Von J.v.d.Lippe
      Dieser Satz fasst m.E. sehr treffend zusammen, warum auch Radler, die selbst nie Auto fahren und daher keine billige Verantwortungs-Umkehr anstreben können, oftmals wollen, dass das Helmtragen keine Privatsache bleiben darf: wenn jeder andere sich auch als Narr verkleiden muss, dann fällt der Einzelne nicht mehr gar so schräg aus dem Rahmen.
    • Th(oma)s schrieb:


      Interessant ist auch, dass die amtliche Todesursachenstatistik ausweist, dass in 2015 mit 195 Kraftradfahrern ungefähr genau soviele an Kopfverletzungen verstarben wie Radfahrer (203). Und das trotz 99 % Vollvisierhelm-Quote und mit nur knapp 1/3 der Kilometerleistung des Radverkehrs...
      Das ist mir auch schon bei der Statistik im verlinkten Zeit-Artikel aufgefallen bei der Gesamtzahl tödlicher Unfälle: Fast doppelt so viele Todesfälle, obwohl auch in den Monaten November bis März traditionell weitaus mehr Fahrradfahrer als andere Zweiradfahrer unterwegs sein dürften.

      Natürlich spielt die Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle, aber andersherum muss man auch hinterfragen, bei welchen Unfallarten ein Helm wirklich Leben rettet. Bei den klassischen Abbiegeunfällen sind in der Regel für Fahrradfahrer keine großen Geschwindigkeiten im Spiel. Aus meiner eigenen Erfahrung und laienhaften Verallgemeinerung kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein Helm dann das Nonplusultra ist.

      Deshalb hier als kleine Anekdote: Ich selbst hatte bei einem derartigen Rechtsabbieger-Unfall vor vier Jahren den Lenker meines Fahrrads abgerissen. In der Folge bestand der Verdacht auf einen Milzriss. Und was stand in der Zeitung? "Bei dem Sturz zog sich der Radfahrer schwere Kopfverletzungen zu und musste zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden." Die kleine Platzwunde am Kopf war naturgemäß auffällig, aber weder war sie für den Krankenhausaufenthalt ausschlaggebend, noch hatte das irgendwelche weiteren Konsequenzen.