Luftverschmutzung: „Hamburg kann aufatmen“

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    • Ullie schrieb:

      Blaue Sau schrieb:

      MIch ärgert am meisten, dass man mit dem "Fahrverbot" den MV nicht reduziert sondern nur verlagert.
      Ach, da darf ich nicht fahre, gut fahre ich eben 2km Umweg.
      Damit belastet man dann andere Stellen. Aber solange die unter dem Grenzwert liegen ist das ja OK, auch wenn man den Anwohnern dann mehr Gift in die Wohnungen bläst.
      Das verhält sich nicht so. Und wenn es durch Fahrverbote tatsächlich zu unerwünschten Verkehren an anderer Stelle kommt, dann müssen dort eben auch Maßnahmen ergriffen werden, um den Verkehr zu reduzieren. Das Ziel ist der Umstieg auf Rad und ÖPNV sowie Fußverkehr, denn diese Verkehrsträger ermöglichen eine sehr viel höhere Transportkapazität bei deutlch geringerem Flächenverbrauch als der MIV.
      Doch, das verhält sich genau so.
      Ziel des Planes ist ja nicht den Verkehr zu reduzieren, sondern die Grenzwerte einzuhalten.
      Das schafft man am einfachsten durch Verlagerung. Damit tritt man niemanden auf die Füße, es gibt keinen Aufschrei der Motorisierten und die Grenzwerte sind auch eingehalten.
    • Steven schrieb:

      jaein, man kann an der Farbe der Plakette nicht die genaue Schadstoffeinstufung lt. EURO Norm erkennen, aber man kann recht schnell erkennen, dass Fahrzeuge mit gelber oder roter Plakette garantiert unbefugt reinfahren. (Wird ja aber eh nicht kontrolliert, was sollen wir daran gedanken verschwenden)
      Okay, das stimmt, gelbe und rote Plaketten dürfen eh nicht rein, da handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um schmutzige Diesel.

      Das ändert aber nichts daran, dass man eh jeden anhalten muss: Die roten und grünen Plaketten zwecks Abkassierung, die grünen Plaketten für einen Blick in den Fahrzeugschein.
    • Malte schrieb:

      Das ändert aber nichts daran, dass man eh jeden anhalten muss: Die roten und grünen Plaketten zwecks Abkassierung, die grünen Plaketten für einen Blick in den Fahrzeugschein.
      Zumal in Hamburg noch immer jede Menge Autos rumfahren ganz ohne runden Windschutzscheibenaufkleber.
      Warum auch? die geografisch nächsten Umweltzonen sind in Bremen, Hannover, Magdeburg, Berlin. Dann vielleicht noch erweiterter Radius Leipzig, Halle, Osnabrück, Münster, Erfurt...

      Für den durchschnittlichen Autofahrer in Hamburg lohnen sich die 5 EUR für den Aufkleber gar nicht, der kommt durch 99,9% der angrenzenden Bundesländer ganz ohne Probleme.
      Womit wir dann doch bei der Ausgangsfrage sind: wie will man das sinnhaft kontrollieren? :)
    • Falls jetzt jemand daran zweifelt, ob man die Grünen bei der nächsten Wahl noch ankreuzen könnte, macht der umweltpolitische Sprecher der CDU deutlich, dass man von Umwelt- und Gesundheitsschutz der Wähler überhaupt gar nichts hält: Hamburg spricht erste Diesel-Fahrverbote aus

      In der Opposition sieht man das partielle Fahrverbot mit gemischten Gefühlen: „Senator Kerstan und die Grünen konnten sich mit ihren ursprünglichen Vorstellungen hinsichtlich Fahrverboten, City-Maut und Umweltzonen größtenteils nicht durchsetzen. Das ist eine gute Nachricht für Hamburg“, erklärte Stephan Gamm, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Gleichwohl sei die vorgelegte Lösung eine Belastung für tausende Berufstätige, Handwerker und andere Verkehrsteilnehmer.

      Ich wüsste ja gerne, welche Lösung die CDU denn gewählt hätte — noch mehr „weiter so“ und Freiwilligkeit wie bisher? So von wegen der technische Fortschritt der Diesel-Technologie wird schon dafür sorgen, dass in ein paar Jahrzehnten die Grenzwerte dann tatsächlich und nicht nur auf dem Prüfstand eingehalten werden?

      Alter Falter, mir pocht schon wieder die Ader auf der Stirn.
    • Malte schrieb:

      Ich wüsste ja gerne, welche Lösung die CDU denn gewählt hätte
      Die CDU-Lösung ist doch offensichtlich: einfach da hinziehen, wo die CDU-Klientel wohnt, in den Speckgürtel. Da ist die Luft noch in Ordnung. Sollen sich die Stadtbewohner nicht so anstellen - wenn sie keine Lust auf dicke Luft haben können sie ja auch nach Lemsahl, Volksdorf & co. ziehen. Selbstgewähltes Schicksal!
    • Ich sehe das nicht ganz so negativ.

      Die direkten Auswirkungen der Sperrungen werden natürlich recht gering sein. Und die Frage, wie das kontrolliert werden soll ist absolut berechtigt. Das war auch einer meiner ersten Gedanken.

      Was diese Sperrungen aber ganz sicher beeinflussen sind die Entscheidungen der Autokäufer und den Wiederverkaufswert alter Dieselfahrzeuge. Schließlich darf man dann mit Dieseln < Euro 6 offiziell nicht mehr überall fahren, wo man will. Zwar erst einmal nur auf Abschnitten von zwei Straßen in Hamburg aber es steht ja in der Folge zu erwarten, dass andere Städte ähnliche Regelungen erlassen. Das könnte dann den Bund dazu zwingen, doch so etwas, wie eine "blaue Plakette" einzuführen um sinnvolle Kontrollen zu ermöglichen. Der Hamburger Vorstoß könnte damit der Tropfen sein, der am Ende zu einem Dammbruch führt.

      Natürlich ist das alles "suboptimal" aber was will man tun wenn auf Bundesebene alles von Autominister Dobrindt blockiert wird.
    • Wer hätte es gedacht? Verstöße gegen das Fahrverbot kosten für einen Pkw… 20 bis 25 Euro. Für Lastkraftwagen bis zu 75 Euro.

      Das Bußgeld wird aber natürlich nur fällig, wenn man erwischt wird. Und wenn ich mir den Plan durchlese, geht die Wahrscheinlichkeit dazu gegen null. Insofern ist auch die Panikmache gegen Diesel-Autos im Abendblatt eine grobe Übertreibung und Stimmungsmache, im Endeffekt ändert sich absolut gar nichts.

      abendblatt.de/hamburg/article2…ssgelder-bis-75-Euro.html
    • naja, wenn man dann anhand der Daten der Luftmessstationen ablesen kann, das auch 6 Monate nach Einführung des begrenztes Fahrverbotes keine Änderungen eingetreten sind, dann muss man den nächsten Schritt unternehmen und das Fahrverbot ausweiten. :D

      oh halt, Hamburg...
      ... dann muss man den nächsten Schritt unternehmen und verlautbaren lassen, dass auch Fahrverbote nichts bringen, es also keine Möglichkeiten gibt, die Luftverschmutzung zu senken.
    • Malte schrieb:

      Wer hätte es gedacht? Verstöße gegen das Fahrverbot kosten für einen Pkw… 20 bis 25 Euro. Für Lastkraftwagen bis zu 75 Euro.

      Das Bußgeld wird aber natürlich nur fällig, wenn man erwischt wird. Und wenn ich mir den Plan durchlese, geht die Wahrscheinlichkeit dazu gegen null. Insofern ist auch die Panikmache gegen Diesel-Autos im Abendblatt eine grobe Übertreibung und Stimmungsmache, im Endeffekt ändert sich absolut gar nichts.

      abendblatt.de/hamburg/article2…ssgelder-bis-75-Euro.html
      Welche Tatbestandsnr. soll da eigentlich erfüllt sein?
      /Gerichtssicher erfüllt...
    • Malte schrieb:

      Uuuuuund dann kommt Schwarzrot auf Bundesebene daher und sagt: Skandal? Welcher Skandal?

      So will die Koalition die Autohersteller reinwaschen

      Das beste daraus:

      Die Regierungskoalition befindet: "In Deutschland bestehen keine toxikologisch bedenklichen NO2-Werte in öffentlich zugänglichen Bereichen."

      Ein Grund mehr, bei der bevorstehenden Wahl sein Kreuz richtig zu setzen.
    • DMHH schrieb:

      naja, wenn man dann anhand der Daten der Luftmessstationen ablesen kann, das auch 6 Monate nach Einführung des begrenztes Fahrverbotes keine Änderungen eingetreten sind, dann muss man den nächsten Schritt unternehmen und das Fahrverbot ausweiten. :D

      oh halt, Hamburg...
      ... dann muss man den nächsten Schritt unternehmen und verlautbaren lassen, dass auch Fahrverbote nichts bringen, es also keine Möglichkeiten gibt, die Luftverschmutzung zu senken.
      Meine Kristallkugel sagt:
      Dann wird verkündet dass das der Beweis sei dass eh der Hafen Schuld an den Belastungen in der Habichtstraße sei,.... aber die neuen Landstromanlagen reichen bestimmt, wenn sie denn mal genutzt werden.
      Außerdem fahren in der zukünftigen Zukunft ja noch mehr Elektrobusse, -autos und -fahrräder mit Strom (aus Moorburg?) statt Dieselautos.
    • Blaue Sau schrieb:

      Ullie schrieb:

      Blaue Sau schrieb:

      MIch ärgert am meisten, dass man mit dem "Fahrverbot" den MV nicht reduziert sondern nur verlagert.
      Ach, da darf ich nicht fahre, gut fahre ich eben 2km Umweg.
      Damit belastet man dann andere Stellen. Aber solange die unter dem Grenzwert liegen ist das ja OK, auch wenn man den Anwohnern dann mehr Gift in die Wohnungen bläst.
      Das verhält sich nicht so. Und wenn es durch Fahrverbote tatsächlich zu unerwünschten Verkehren an anderer Stelle kommt, dann müssen dort eben auch Maßnahmen ergriffen werden, um den Verkehr zu reduzieren. Das Ziel ist der Umstieg auf Rad und ÖPNV sowie Fußverkehr, denn diese Verkehrsträger ermöglichen eine sehr viel höhere Transportkapazität bei deutlch geringerem Flächenverbrauch als der MIV.
      Doch, das verhält sich genau so.Ziel des Planes ist ja nicht den Verkehr zu reduzieren, sondern die Grenzwerte einzuhalten.
      Das schafft man am einfachsten durch Verlagerung. Damit tritt man niemanden auf die Füße, es gibt keinen Aufschrei der Motorisierten und die Grenzwerte sind auch eingehalten.
      Zufällig drüber gestolpert:

      „Wir verteilen die Schadstoffe von hochbelasteten Straßen so, dass andere Straßen mehr belastet werden, ohne die Grenzwerte zu erreichen“, erläuterte er die Maxime der Planungen. „Wir ergreifen alle Maßnahmen unterhalb von Fahrverboten“, so Kerstan, denn die hatte Bürgermeister Olaf Scholz bereits im vorigen Jahr ausgeschlossen.

      Quelle: taz.de/Verteilung-von-Schadstoffen/!5402103/
      Ja zu Schockbildern auf Radwegen!
    • Julius schrieb:

      „Wir verteilen die Schadstoffe von hochbelasteten Straßen so, dass andere Straßen mehr belastet werden, ohne die Grenzwerte zu erreichen“, erläuterte er die Maxime der Planungen. „Wir ergreifen alle Maßnahmen unterhalb von Fahrverboten“, so Kerstan, denn die hatte Bürgermeister Olaf Scholz bereits im vorigen Jahr ausgeschlossen.
      Man kann echt nur wegziehen aus dieser Stadt. Am besten auch aus diesem Land.
    • Julius schrieb:

      „Wir verteilen die Schadstoffe von hochbelasteten Straßen so, dass andere Straßen mehr belastet werden, ohne die Grenzwerte zu erreichen“,
      Aus technischer Sicht ist dagegen nichts einzuwenden. Das ist wieder eine Szenerie, in der Gefühle eine furchtbar große Rolle spielen. Es gibt aber einen LD50-Wert für Trinkwasser (und 2016 hat es ein Marathonläufer in Frankfurt "geschafft" sich einfach durch Wasser ums Leben zu bringen). Wenn der Wert sinnvoll gewählt ist (jaja, kann man drüber streiten - hier halte ich aber Profis für besser am Werk als motivierte Mitbürger) dann passiert darunter einfach nichts nachweisbares. So wie ich immer noch Wasser trinken kann.

      Hier halte ich es für wichtig nicht zu übertreiben. Ich bin schon dabei: Ohne Autos gäbe es deutlich weniger belastende Schadstoffe in der Umwelt. Nur sind halt auch ein oder zwei Vorteile mit dem Fahrzeug verknüpft. Ebenso wie mit vielen weiteren Neuerungen. Ich mag nicht auf moderne Technik verzichten.