Autoverkehrsflächen fressen Fahrradverkehrsflächen auf – weil die Autos immer „dicker“ werden

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    • Spkr schrieb:

      timovic schrieb:

      Autofahren kann man aber immerhin sein lassen.
      ja ..... nein, in vielen Anwendungsfällen nicht ersatzlos.
      Aber eigentlich ging es in dem Thread ja auch um die Verkehrsflächen und nicht um die Abgasproduktion...
      Im Vergleich zum "Essen" sehr wohl. Ok, man kann auch einfach nichts mehr essen. Dann muss man jedoch nach ca. 3 Monaten die Methanproduktion ermitteln.
    • Nbgradler schrieb:


      1 Liter Diesel enthält 38 MJ oder 9079 kcal. Mit einem Liter Diesel kommt man im Auto nicht weit - schon klar. Aber so irgendwas um die 14 Kilometer sind schon drin (bei 7 Liter auf 100 Kilometer). Die Dichte von Diesel ist irgendwas um die 0,85 kg/l.
      Autoverkehrsflächen fressen nicht nur Fahrradverkehrsflächen - weil die Autos immer "dicker" werden.
      Der immense "Kalorienverbauch des Autos" führt besonders in Ländern, in denen die Autofahrer einen hohen Anteil an Ethanol-haltigen Kraftstoff in ihre Autos pumpen, zu Nahrungsmittelknappheit.
      Deine Bestimmung der Kalorienzahl für ein Liter Diesel, mit dem ein Auto ca. 15-20 km weit fährt, hat mich auf die Idee gebracht, mal nach dem täglichen menschlichen Kalorienbedarf zu googeln. Der liegt bei ca. 2000 bis 3000 kcal.
      Bei bewusst niedrig angesetzten ca. 30 km Fahrleistung pro Tag und einen angenommenen Spritverbrauch von rund 2 Liter kann man also sagen, dass sich von der entsprechenden Kalorienanzahl sechs bis acht Menschen ernähren können!
      So gesehen fressen Autos nicht nur den Fahrradfahrern die Verkehrsflächen weg, sondern auch den Menschen die Lebensmittel!
    • Nbgradler schrieb:

      Alles wird gut, Ullie. Keine Sorge... meine Auto braucht keine Bratwürste. Und ich selbst verzehre nur gelegentlich Diesel oder Brennstäbe oder Braunkohle. Derzeit gibt es da in meinem Leben noch keine Konkurrenzsituation. Vielleicht wäre etwas Entspannung gut?
      Och ich bin da ganz tiefenentspannt, sonst hätte ich vermutlich nicht die Ruhe weg für derartige kniffelige Rechnungen.
      Was mich dann wirklich wütend macht sind Menschen, die selbstgerecht erklären, an dem Hunger in der Welt seien die Hungernden selber schuld, weil sie ja viel zu viele Kinder in die Welt setzten. Mach dir mal den Spaß und rechne so jemandem bei passender Gelegenheit mal vor, dass von dem was sie oder er bei der täglichen Autofahrerei so an Kalorien "verbrät", locker sechs bis acht Menschen satt werden könnten!
      Neben der Phasen der Entspannung ist ja auch hin und wieder mal ein bisschen Spannung angesagt!
    • Diesel schmeckt nicht. Von daher können vom Verbrauch eines Autos auch keine Hungernden satt werden. Dieser an den Haaren herbeigezogene Vergleich ist es, der die Gesamtargumentation unglaubwürdig macht und meinem Empfinden nach dem berechtigten Anliegen die Schärfe nimmt.

      Ich empfehle diesen hier: tylervigen.com/spurious-correlations

      Vermutete Zusammenhänge sind nicht immer echt. Das ist wichtig zu hinterfragen. In der Argumentationskette sind dann nur echte Zusammenhänge sinnvoll, sonst fällt alles was dahinter kommt zusammen.

      "Abgase enthalten umweltschädliche Gase und Partikel" ist zulässig. "Abgase verursachen Tote" ist richtig und belegt. Schon bei der Argumentation "Abgase verursachen zusätzliche Tote" wird es schwierig, wie diese Todesfälle nicht eineindeutig an Abgase geknüpft sind - so weit ich den Mediziner bisher folgen konnte.

      "Weil mein Auto Sprit verbraucht hungern Kinder" ist unzulässig. Ebenso wie "Höherer Käsekonsum führt zu mehr Toten durch Strangulation im eigenen Bettlaken":
    • Nbgradler schrieb:

      "Abgase verursachen zusätzliche Tote" wird es schwierig, wie diese Todesfälle nicht eineindeutig an Abgase geknüpft sind - so weit ich den Mediziner bisher folgen konnte.
      Ja, die Aussage ist so verkürzt nicht haltbar, denn die Zahl der Todesfälle ändert sich über mittlere Zeiträume hinweg natürlich überhaupt nicht. Jeder Mensch kann ja nur einmal sterben. :saint:
      Es verschieben sich allerdings die Todesursachen und die Todeszeitpunkte, was man bei ausreichend breiter statistischer Basis durchaus erfassen und relativ allgemein Umweltschadstoffen oder anderen Faktoren zurechnen kann. Das auf einzelne Schadstoffe wie z.B. NOx herunterzubrechen, wird selbst dem gewieftesten Medizinstatistiker unmöglich werden, weil es einfach keine vergleichbaren Populationen gibt, die sich ausschließlich in diesem einen jeweils zu betrachtenden Faktor unterscheiden. Da rechnet man eben hoch, was man aus Tierversuchen über die Toxizität und Letalität einzelner Substanzen oder Schadstoffklassen weiß. Völlig falsch werden solche extrapolierten Daten dann auch nicht sein.
      Twitter: @Nbg_steigt_ab
    • Nbgradler schrieb:

      Diesel schmeckt nicht. Von daher können vom Verbrauch eines Autos auch keine Hungernden satt werden. Dieser an den Haaren herbeigezogene Vergleich ist es, der die Gesamtargumentation unglaubwürdig macht und meinem Empfinden nach dem berechtigten Anliegen die Schärfe nimmt.

      (...)
      "Weil mein Auto Sprit verbraucht hungern Kinder" ist unzulässig. Ebenso wie "Höherer Käsekonsum führt zu mehr Toten durch Strangulation im eigenen Bettlaken":
      "Brasilien hat früh damit begonnen, petrochemische Produkte als Energiequelle für den Antrieb von Fahrzeugen durch „alkochemisch“ gewonnenen Sprit zu ersetzen. Um sich von der Erdöl-Abhängigkeit zu befreien, wurden die Zuckerrohrbauern schon in den siebziger und achtziger Jahren dazu gebracht, Ethanol - und nicht Zucker - aus dem Zuckerrohr zu gewinnen. Das Land ist Vorreiter in der effizienten Verarbeitung von Zuckerrohr zu Treibstoff geworden. Im April wurden 283,9 Millionen Liter Ethanol exportiert - das sind, wegen des wachsenden Bedarfs in den Vereinigten Staaten, in Schweden und in anderen Ländern, fast doppelt so viel wie im April 2006, als Brasilien 144,3 Millionen Liter ausführte."
      Quelle: faz.net/aktuell/wissen/klima/b…und-peitsche-1438549.html

      "Das EU-Parlament hat am Mittwoch, den 11. September in Sachen Biokraftstoffpolitik die vom EU-Umweltausschuss vorgeschlageneb Begrenzung der Biokraftstoffquote von fünf Prozent abgeschwächt und für eine Begrenzung von sechs Prozent gestimmt. Europaweit gesehen bedeutet dieses Ergebnis keine klare Trendwende, sondern eine weitere Steigerung des Verbrauchs an Biokraftstoffen, die aus Nahrungsmitteln hergestellt werden.
      Immerhin: Von zehn auf sechs Prozent!
      Die Begrenzung – wenn auch nicht in dem Ausmaße wie gewollt - zeigt aber, dass die negativen Folgen der Biokraftstoffpolitik für die Ernährungssicherung und Umwelt anerkannt werden. Doch noch immer müssen Menschen mit weiterem Landraub und steigenden Nahrungsmittelpreisen rechnen, denn die Devise scheint zu lauten: Vorerst für den Tank - später der Teller."
      Quelle: welthungerhilfe.de/teller-statt-tank.html

      "Der vertrauliche Bericht der Weltbank, der am Freitag an die Öffentlichkeit gelangt ist, zeigt nach Ansicht des katholischen Hilfswerks MISEREOR auf dramatische Weise die Auswirkung von Agrotreibstoffen auf die aktuelle Hungerkrise in vielen Entwicklungsländern."
      Quelle: epo.de/index.php?option=com_co…rn&catid=87&Itemid=100028

      Ich hoffe du akzeptierst mit diesen Hinweisen, dass das mit dem Treibstoff für Autos und dem Hunger nicht einfach "an den Haaren herbeigezogen" ist!
    • Während viele Menschen hungern werden Autos immer dicker und fressen nicht nur Fahrradverkehrsflächen auf sondern nehmen Menschen bezahlbahre Nahrung weg: „Weltweit wird mehr als genug Nahrung produziert, damit alle Menschen satt werden können. Und doch stirbt alle dreieinhalb Sekunden ein Mensch an den Folgen von Hunger oder Unterernährung: Die Nahrung ist auf der Erde nicht gleichmäßig verteilt. Spekulanten handeln mit Lebensmitteln wie mit Aktien. Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos.“ Quelle: Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider in:
      „Statt auf dem Teller, landen immer mehr Früchte im Tank unserer Autos“: Präses Schneider ruft zu Spenden für „Brot für die Welt“ auf,
      kirche-koeln.de/aktuell/artikel.php?keyword=&id=2091&archivradverkehrsforum.de/index.php/…42d2360e4530763a5e37e2b29

    • Kampfradler schrieb:

      So so..., der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ruft also zu Spenden auf.
      Hoffentlich geht die reiche Kirche selbst mit gutem Beispiel voran...
      Das tut sie, wobei "die Kirche" oder "die reiche Kirche" sehr verallgemeinernd ist. Dass Phänomen "Kirche" aus christlicher Sicht so eine Art Vorstufe zum himmlichen Reich Gottes, ist natürlich sehr differenziert zu betrachten. Und mit diesem hohen Anspruch versehen wird mancher sagen, das kann ja eigentlich nur schiefgehen und natürlich ruft es jede Menge "Spötter" auf den Plan.

      Aber um mal was Erfreuliches zu berichten: Seit viele Jahren schon segnen die Pfarrer der katholischen Kirchengemenden Autos, meist im Anschluss an einen Sonntagsgottesdienst vor den Sommerferien. Ob das nachweislich zu weniger Verkehrsunfällen führt kann ich dir nicht sagen. Aber in der katholischen Kirchen-Gemeinde meines Vertrauens werden bei dieser Gelegenheit seit einigen Jahren auch Fahrräder (und Rollstühle, Rollatoren, Kinderroller usw.) gesegnet. Ich sag mal nicht ganz unbescheiden, dass ich an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt war.

      Immerhin relativierte diese Entwicklung ein Stück weit die Omnipräsenz des Autos, dass es leider selbst in Kirchenkreisen hat.
    • Ein weiteres Beispiel dafür, dass Verkehrsflächen von den Autofahrern den Radfahrern brutal entrissen werden, kann man in Hannover in der Kurt-Schumacher-Straße sehen. Dort wurden vor rund einem Jahr die Seitenräume neu gestaltet und mit zahlreichen Fahrradbügeln ausgestattet. Das Bild zeigt im Vordergrund ein platt gefahrenes Rad, das sozusagen sein "Radleben" dafür opferte den Radbügel zu erhalten, an den es angelehnt war.

      Weiter hinten sieht man zwei Schlitze im Pflaster (orange eingekreist). Hier war ebenfalls ein Radbügel angebracht gewesen, der jedoch ein Opfer des Autoverkehrs und von der Stadtverwaltung bislang nicht ersetzt wurde. Wer sich in der Kurt-Schumacher-Straße umschaut, der wird weitere entsprechende Schlitze im Pflaster erkennen. Die Verwaltung hat es bislang anscheinend nicht für notwendig erachtet, die von Autofahrern zerstörten Radbügel zu ersetzen und leistet damit gewissermaßen gewissermaßen Beihilfe zum Verkehrsflächenraub des MIV.
    • @hvhasel Viele Spuren im Baustellenbereich werden nicht umsonst auf 2,20 m ausgelegt. Und ja: Kontrolle wäre nicht nur hinsichtlich der Breite in den meisten Fällen dringend nötig.
      [Neulich vor und in einer Baustelle etliche Hinweisschilder, die eindeutig zeigten, dass man aufgrund der Enge versetzt zu den LKW fahren sollte. Hat super geklappt. Besonders die Limousinen- und SUV-Fraktion hat diese Maßgabe 1a umgesetzt ;) ]
    • Nur mal so ein Vergleich:
      mercedes-benz.de/content/germa…nicaldata/dimensions.html
      Fahrzeugbreite: 2,14 m
      Höhe: 1,80 m
      Länge: 4,82 m
      Das ist der Mercedes auf dem Foto, dass ich weiter oben schon mal gezeigt hatte.


      Und jetzt die Daten von Adenauers Dienstwagen:
      Fahrzeugbreite:1,86 m (fast 30 cm weniger breit)
      Höhe: 1620 mm (fast 20 cm weniger hoch)
      Länge:5190 mm (nur knapp 40 cm länger)
      de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_W_189

      Und was lernen wir daraus? Ginge es nach der Auto-Industrie dann sollten wir alle Bundeskanzler-Adenauer-mäßig Auto-fahren und noch ein bisschen mehr, was Breite und Höhe betrifft.
    • Anekdotisches Wissen zu Adenauers Dienstwagen: Es standen wohl zur Debatte, den besagten Mercedes durch einen repräsentativen BMW ("Barockengel") abzulösen. Adenauer blieb bei Mercedes, weil er dort mit Hut auf dem Kopf einsteigen konnte, beim BMW hätte er ihn abnehmen müssen. Man versuche mal, in ein heutiges Auto einzusteigen, ohne dass es einem den Hut vom Kopfe wirft, da mag der SUV so groß sein wie er will.

      Dieses Auswahlkriterium wird auch in der Wikipedia erwähnt.
    • arvoituksellinen schrieb:

      Anekdotisches Wissen zu Adenauers Dienstwagen: Es standen wohl zur Debatte, den besagten Mercedes durch einen repräsentativen BMW ("Barockengel") abzulösen. Adenauer blieb bei Mercedes, weil er dort mit Hut auf dem Kopf einsteigen konnte, beim BMW hätte er ihn abnehmen müssen. Man versuche mal, in ein heutiges Auto einzusteigen, ohne dass es einem den Hut vom Kopfe wirft, da mag der SUV so groß sein wie er will.

      Dieses Auswahlkriterium wird auch in der Wikipedia erwähnt.
      Ich war noch nie versucht, in ein SUV einzusteigen, geschweige denn mit einem Hut. Aber ein BMW SUV "braucht sich hinter einem Mercedes SUV nicht verstecken" bzw. es kann sich dahinter auch gar nicht verstecken. Das BMW SUV ist sogar noch etwas breiter und länger als das Mercedes SUV. angurten.de/is/abmessungen/1449-X5
      Nur höher ist es nicht. Da hat sich seit Adenauers Zeiten wohl nichts geändert.