Autoverkehrsflächen fressen Fahrradverkehrsflächen auf – weil die Autos immer „dicker“ werden

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    • KleverRadfahrer schrieb:

      Epaminaidos schrieb:

      Davon unabhängig finde ich es doch ziemlich bekloppt, an dieser Stelle eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten. Diese Zonen sollen eigentlich als Aufenthalts- und Begegnungsbereich dienen.
      Sie können auch der Lärmminderung für Anwohner dienen oder dem unattraktiv machen von Durchgsangsverkehr zum Schutz schwächerer VT.
      Im vorliegenden Fall (Aufpflasterung in der Posthornstraße vor dem Portal zum Von Alten Garten) kommt noch hinzu, dass es historisch betrachtet in Städten häufiger große gepflasterte Plätze gab vor allem vor historisch wichtigen Gebäuden. An dieser Stelle verbinden sich halt mehrere Funktionen. Die Aufpflasterung und vor allem die Rampen die auf die aufgepflasterte Fläche führen, bremsen den Verkehr. Und die Fläche selbst steigert die repräsentative Wirkung des Eingang-Portals (bzw, der Reste des Eingangs-Portals). Das sind die vier Pfeiler, die mal zu einer Toranlage gehörten.
      google.de/maps/@52.3649152,9.7…P5oGPA!2e0!7i13312!8i6656
      Schlimm ist, dass manche Autofahrer gedankenlos und respektlos dort ihr Auto parken. Und das müsste nicht sein, wenn es nicht diesen quasi heimlichen Lehrplan der Autolobby gäbe, macht euch überall breit - den Autos gehört die Welt.
    • Spkr schrieb:

      Ullie schrieb:

      heimlichen Lehrplan der Autolobby
      Abgesehen davon, dass mir Deine Texte immer tendenziell zu lang sind, frage ich mich, ob es nicht auch mit etwas weniger Paranoia geht. :huh:
      "Etwas weniger Paranoia"??? Das sagt der Richtige ;) Ich zitier mal bei dir von weiter oben als ich davon schrieb, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des verkehrsaußendienst sich lieber um blockierte Radwege und Fußwege kümmern sollten, als vornehmlich damit beschäftigt zu sein, die Einhaltung der maximalen Parkzeiten zu überwachen: Da schriebst du: "Das muss nicht falsch sein, denn wenn erst die kostenpflichtigen Parkplätze alle durch Schwarzparker belegt sind, weichen mehr zum Falschparken auf Geh- und Radwege aus." Ist das nicht die eigentliche "Paranoia"? ;)
    • Nein. Das entspricht meiner eigenen nachprüfbaren Erfahrung. Solange freie Parkplätze auf dem Seitenstreifen vorhanden sind, werden diese belegt. Sind diese aufgebraucht, beginnt der Parksuchverkehr auf die Gehwege und Radwege auszuweichen. Ausnahme bilden Sonderfahrzeuge mit Kennzeichen N-PP.... oder N-SN...., die auch bei freien Parkplätzen gerne Geh- und Radwege blockieren, sowie in absoluten Haltverboten behindernd parken. Gegen die kommt man aber schlecht an.

      Ich kann es auch anders ausdrücken: Du redest/schreibst Dich hier im Forum gern in Rage, wortreich und sehr überzeugt von der eigenen Unfehlbarkeit. Mir fehlt da etwas, das einen ausgewogenen sachlichen Diskurs möglich machen würde.

      Ja, ich mache auch gerne klare Statements. :whistling:
      Twitter: @Nbg_steigt_ab
    • Ullie schrieb:

      ...wenn es nicht diesen quasi heimlichen Lehrplan der Autolobby gäbe, macht euch überall breit - den Autos gehört die Welt.
      Auch wenn dies so in keinem "Lehrplan" stehen dürfte: Dass die Politik Jahrzehnte lang danach gehandelt hat, dürfte niemand ernsthaft bezweifeln. Schon die Weigerung der Polizei gegen Verstöße, die massenweise und jeden Tag an denselben Stellen stattfinden, vorzugehen (trotz mehrfacher Auffordrung!), muss ja eine Ursache haben. Als Paranoia wurde ich diese Ansicht jedenfalls nicht bezeichnen.
      "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
      Peter Ustinov
    • Deine Argumente in Ehren, aber dass da irgendeine verborgene Macht ("Lobby") im Hintergrund die Strippen zieht, um Menschen derart zu beeinflussen ("heimlicher Lehrplan"), das ist für mich in einer Ebene mit zionistischer Weltverschwörung, Neue Weltordnung, Men in Black, ... und damit Paranoia. Der Glaubwürdigkeit eines Autors ist eine solche Formulierung jedenfalls stark abträglich.
      Wenn Polizei bestimmte Verstöße nicht ahndet, dann wohl weil die Beamten einfach nicht selbst betroffen sind und kein Verständnis für die Betroffenen entwickelt haben - meistens weil die Beamten aus eigener Übung eher selbst geneigt wären, die Ordnungswidrigkeiten zu begehen ("wo soll er denn sonst entladen?", "da behindert der Wagen doch den Verkehr", ...).
      Twitter: @Nbg_steigt_ab
    • Spkr schrieb:

      Deine Argumente in Ehren, aber dass da irgendeine verborgene Macht ("Lobby") im Hintergrund die Strippen zieht, um Menschen derart zu beeinflussen ("heimlicher Lehrplan"), das ist für mich in einer Ebene mit zionistischer Weltverschwörung, Neue Weltordnung, Men in Black, ... und damit Paranoia. Der Glaubwürdigkeit eines Autors ist eine solche Formulierung jedenfalls stark abträglich.
      Wenn Polizei bestimmte Verstöße nicht ahndet, dann wohl weil die Beamten einfach nicht selbst betroffen sind und kein Verständnis für die Betroffenen entwickelt haben - meistens weil die Beamten aus eigener Übung eher selbst geneigt wären, die Ordnungswidrigkeiten zu begehen ("wo soll er denn sonst entladen?", "da behindert der Wagen doch den Verkehr", ...).
      Ich habe lange Zeit befürchtet einer "Verschwörungstheorie" aufzusitzen, dass US-Autokonzerne in den 30er-Jahren gezielt zahlreiche US-Straßenbahnunternehmen aufkauften, um sie dann platt zu machen. Eine Bestätigung fand ich dann in einem TAZ-Interview mit dem renommierten Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim: "Stellen Sie sich vor, schon in den späten 1930er-Jahren hat allein der US-Autokonzern General Motors hundert Nahverkehrsunternehmen gekauft – um sie dann kaputt zu machen und die Straßenbahnen zu verschrotten." Titel: "Das Auto hat ausgedient" taz.de/!163153/

      So lange es der Autoindustrie gelingt das Märchen aufrecht zu erhalten, dass jeder Bürger ganz selbstverständlich mit dem privaten Auto überall mobil sein kann, ist doch auch die Polizei eher geneigt, bei Parkverstöße etc, Nachsicht walten zu lassen. Da denken sich dann viele (auch) Beamten: "Die Stadtverwaltung hätte doch auch wirklich ein paar Parkplätze mehr einrichten können." Und manche nennen das dann halt "Verschwörungstheorie", um so offensichliche Zusammenhänge kleinzureden.

      Oder nimm die Geschichte mit den Fahrradhelmen. Hier ist die Polizei höchst intensiv "scheinaufklärerisch" tätig. Die schmeißt sich für den Fahrrad-Helm ins Zeug als bekämen sie Provision von den Herstellern derselben. Tatsächlich wird damit der Nicht-Helm-tragende Radler (also die große Mehrheit der Radfahrer) in die Ecke gedrängt. Da wird man doch wohl mal drauf hinweisen dürfen, ohne sich den Vorwurf einzufangen, man verbreite "Verschwörungstheorien.

      Nicht alles was gerne als "Verschwörungstheorie" bezeichnet wird, ist eine "Verschwörungstheorie". Allzu inflationär sollte auch mit dem Vorwurf "Verschwörungstheorie" nicht umgegangen werden. Manches entpuppt sich dann doch als Tatsache.
    • Und das, was du da oben alles an wertvollen "Argumenten" ins Zeug geworfen hast fällt für mich unter Verschwörungstheorie.

      Ergebnisse aus den USA sind genau so wenig wie Ergebnisse aus den Niederlanden auf unsere Verkehrssituation zu übertragen. Unsere Polizei wird immernoch staatlich finanziert (im Gegensatz, etwa, zu unserer hervorragenden Post oder Bahn) und lebt nicht von der erheblichen finanzielle Stütze des Unternehmens UVEX.

      Solange du hier "Auto, Polizei, Helm, Parkplätze, Radler und Politik" ohne Einzelfall zu einem Batzen zusammenmischst bleibe ich entspannt bei Bier und Keksen uns sage "spinnerte Verschwörungstheorie".
    • Unser Deutschlehrer hat uns schon in den Siebzigern Fünfen angedroht, falls wir in Aufsätzen uns auf den »Zeitgeist« berufen würden, um irgendwas zu erklären. Wir sollten lieber nach Interessen gucken. Und es hat nun mal kein fairer Wettbewerb stattgefunden, bzw.: die Bürger konnten sich nicht frei entscheiden, ob sie die Tram oder was anderes nehmen wollten, weil die Autoindustrie dafür gesorgt hat, dass die Tram ins Hintertreffen geriet.
    • Fahrbahnradler schrieb:

      die Bürger konnten sich nicht frei entscheiden, ob sie die Tram oder was anderes nehmen wollten, weil die Autoindustrie dafür gesorgt hat, dass die Tram ins Hintertreffen geriet.
      Die Bürger haben mit dem massenhaften kaufen von Autos selbst dafür gesorgt, dass dies überhaupt möglich wurde. Das Volk ist der Souverän, auch oder sogar besonders als Konsument.

      Wenn die Leute aber lieber ohne über die Folgen ihres Konsums nach zu denken die immer bequemer/größer/stärker werdenden PKW kaufen, wieso sollte man dann ausgerechnet den Herstellern vorwerfen da mit zu ziehen?
    • KleverRadfahrer schrieb:

      Die Bürger haben mit dem massenhaften kaufen von Autos selbst dafür gesorgt, dass dies überhaupt möglich wurde. Das Volk ist der Souverän, auch oder sogar besonders als Konsument.
      Das sehe ich nur sehr eingeschränkt so. Zumindest in Deutschland würden kaum noch Leute Autos kaufen, wenn diese erstens nicht massiv subventioniert würden und zweitens in den Städten eine gerechte Verteilung der Verkehrsflächen gegeben wäre. Denn erstens kosteten sie dann pro Jahr rund 2000,- Euro mehr Unterhalt und zweitens stünden sie nur noch im Stau und fänden nirgends einen Parkplatz.
      "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
      Peter Ustinov
    • Nbgradler schrieb:

      Und das, was du da oben alles an wertvollen "Argumenten" ins Zeug geworfen hast fällt für mich unter Verschwörungstheorie.

      Ergebnisse aus den USA sind genau so wenig wie Ergebnisse aus den Niederlanden auf unsere Verkehrssituation zu übertragen. Unsere Polizei wird immernoch staatlich finanziert (im Gegensatz, etwa, zu unserer hervorragenden Post oder Bahn) und lebt nicht von der erheblichen finanzielle Stütze des Unternehmens UVEX.

      Solange du hier "Auto, Polizei, Helm, Parkplätze, Radler und Politik" ohne Einzelfall zu einem Batzen zusammenmischst bleibe ich entspannt bei Bier und Keksen uns sage "spinnerte Verschwörungstheorie"
      Mit dem Begriff "Verschwörungstheorie" sollte man vorsichtig umgehen. Einerseits liegt es natürlich nahe, gesellschaftliche Entwicklungen, die man kritisch sieht, damit erklären zu wollen, dass eine mehr oder weniger geheime Verschwörung dafür verantwortlich sei, auch wenn das einer nüchternen Betrachtung nicht standhält. (Das kann beispielsweise davon entlasten, eigene Anteile an der kritisierten Entwicklung beiseite zu schieben.) Andererseits liegt es ebenso nahe, Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen damit entkräften zu wollen, dass die Kritiker angeblich einer Verschwörungstheorie anhängen. So wie du es in deinem Beitrag versuchst.

      Es ist jedoch nicht der Versuch, eine Verschwörungstheorie in die Welt zu setzen, wenn ich darauf aufmerksam mache, dass die Tatsache, dass immer mehr deutlich breitere Autos gekauft werden, bei Zeitungen und Nachrichtenredaktionen dazu führt, daraus entstehende Verkehrsprobleme damit erklären zu wollen, dass die Straßen zu schmal und die Parkplätze zu klein seien.
      Es hat auch nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, wenn ich in diesem Thread kritisiere, dass von vielen Nachrichtenportalen zwar regelmäßig beklagt wird, es gäbe zu wenig Parkplätze in der Stadt, andererseits aber eine wichtige Ursache dafür unerwähnt bleibt: Größere Autos beanspruchen eine größere Verkehrsfläche, so dass die zur Verfügung stehende Verkehrsfläche pro PKW relativ gesehen kleiner wird.
      Das ist keine Verschwörungstheorie sondern Kritik an solchen Nachrichtenredaktionen, die Halbwahrheiten verbreiten.

      Das gezielte Ausboten funktionierender Nahverkehrsunternehmen durch deren Übernahme von Konzernen der Autoindustrie, ist hinreichend belegt. In welch hohem Umfang das dazu beigetragen hat, den MIV zu verbreiten, darüber kann man sich freilich vortrefflich streiten, aber es ist keine Verschwörungstheorie.

      Und auch wenn die Polizei nicht vom Sport-Sicherheitsartikel-Hersteller UVEX finanziert wird, so ist es doch auffällig, dass vom Polizeirevier "meines Vertrauens" der Hinweis auf zugeparkte Rad- und Fußwege gerne damit relativiert wird, es herrsche ja schließlich Parkraummangel. In weiterführenden Gesprächen wird dann von manchen Ordnungskräften gerne darauf hingewiesen, dass die Automobilindustrie doch unser aller Wohlstand sichere. Dem entgegne ich dann gerne mit dem Hinweis, dass es sehr erkenntnisreich sei, die Sache mal umgekehrt zu durchdenken: Die Automobilindustrie sichert nicht unseren Wohlstand, sondern gefährdet ihn!

      Beispiel gefällig? "Viele Straßen im Stadtgebiet sind zu schmal, und wer beim Parken am Rand nicht ganz genau aufpasst, riskiert einen demolierten Außenspiegel." Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 25.11.2016 haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/…chmal-oder-Autos-zu-breit
    • Spkr schrieb:

      Mit der großen bösen Verschwörung auf der Gegenseite fällt es halt einfacher, sich in der eigenen Opferrolle einzurichten.
      Dafür habe ich ein schönes Beispiel aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: "Der Kampf um die Parkplätze in Hannover - Es ist Abend für Abend dasselbe Szenario: In vielen Stadtteilen kurven Autofahrer auf der Suche nach einem Parkplatz durch die Straßen, nicht selten vergeblich. Weil ausreichend Parkmöglichkeiten fehlen, wird jede freie Fläche zum Parkplatz. Hilft jetzt nur noch Abschleppen?" haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/…e-Parkplaetze-in-Hannover
      ;) Wie wollen wir das denn nun mal nennen? "Die große Parkplatzverschwörung" vielleicht? Welche bösen Verschwörer sind das, die für den angeblichen Mangel von Parkplätzen verantwortlich sind? Stecken die Abschleppunternehmen dahinter, die die Stadtverwaltung dafür schmieren, die Zahl der Parkplätze künstlich knapp zu halten, um die sichere Einnahmequelle Abschlepp-Entgelte stabil zu halten? Oder gibt es da so kleine Tiere, die nachts die Parkplätze "enger nähen". siehe Mike Krüger: ;)

      Objektiv betrachtet freilich fehlen gar keine Parkplätze. Vielmehr gibt es viel zu viele Autos, die zudem immer länger und breiter werden!

      Und dann hab ich da gerade nebenbei auf NDR-Info einen Beitrag über die Ideenexpo in Hannover gehört. Hier sollen Schülerinnen und Schüler durch allerhand interessante Ausstellungen und Mitmachaktionen dazu ermuntert werden zukunftsfähige Ideen zu entwickeln und sich für verschiedene Berufe zu interessieren. Es ist deutschlandweit die größte Veranstaltung dieser Art!

      ;) Und nein, das hat doch ganz bestimmt nicht so ganz und gar nichts mit einer Verschwörung zu tun (das fällt mir echt schwer, das nicht zu glauben), wenn an erster Stelle der dargebotenen Angebote genannt wird, dass die jugendlichen Besucher in einem Fahrsimulator, der in ein Auto eingebaut ist, Autorennen fahren können! ;)