Klostersternumbau

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    • Erst einmal danke Malte für Deinen tollen Bericht!!!

      Was ich noch nicht ganz verstanden habe. Wenn ich auf der geplanten „Protected Bike Lane“ dem Kreisverkehr folge, habe ich dann Vorfahrt vor abbiegenden Autos und darf rechts überholen?

      Bisher ist es m.E. so, dass ich auf dem Radweg (den ich nicht benutze) Vorfahrt habe, auf der Fahrbahn schwimme ich im Mischverkehr mit, darf aber wartende und abbiegende Fahrzeuge nicht rechts überholen wenn ich dem Kreisverkehr weiter folgen will. Rückstaus umfahre ich also auf dem linken Fahrstreifen. Durch die neue „Protected Bike Lane“ wird das dann deutliche erschwert, wenn sie denn eine benutzungspflicht bekommt.
    • FlotteLotte schrieb:

      Wenn dieser Radwasauchimmerstreifen 3 cm erhöht wird, bleibt diese Erhöhung auch über die Abbiegespuren erhalten oder muss man jeweils mit dem Rad drüberhoppeln?
      Nach den komischen Planungsfotos zu urteilen, die im Netz herumfliegen, wird der Übergang auf gleichem Niveau erfolgen.

      Carsten schrieb:

      Was ich noch nicht ganz verstanden habe. Wenn ich auf der geplanten „Protected Bike Lane“ dem Kreisverkehr folge, habe ich dann Vorfahrt vor abbiegenden Autos und darf rechts überholen?

      Bisher ist es m.E. so, dass ich auf dem Radweg (den ich nicht benutze) Vorfahrt habe, auf der Fahrbahn schwimme ich im Mischverkehr mit, darf aber wartende und abbiegende Fahrzeuge nicht rechts überholen wenn ich dem Kreisverkehr weiter folgen will. Rückstaus umfahre ich also auf dem linken Fahrstreifen. Durch die neue „Protected Bike Lane“ wird das dann deutliche erschwert, wenn sie denn eine benutzungspflicht bekommt.

      Vorfahrt vor dem abbiegenden Fahrzeugverkehr hast du auf jeden Fall, das garantiert § 9 Abs. 3 StVO. Rechts vorbeifahren wird man auch dürfen: Diese Erhöhung um drei Zentimeter spricht ja dafür, dass man nicht mehr auf der Fahrbahn fährt, also findet auch rechtlich kein Überholvorgang statt, wenn ich der Radling auf einem anderen Straßenteil befindet. Und wenn es sich bei diesem Streifen noch um einen Teil der Fahrbahn handelte, so ist ja auf jeden Fall genug Platz, um § 5 Abs. 8 StVO anzuwenden.
    • War gestern mal vor Ort. Auf diesem Foto erkennt man, wie wenig sich tatsächlich durch die Verengung auf einen Fahrstreifen verändert hat. Lediglich auf den letzten Metern konnten bisher Autofahrer ein paar Sekunden herauskitzeln und in zweiter Reihe in den Kreisel einfahren - was regelmäßig zu überflüssigen Gefahrensituationen geführt hat.



      Die Wutbürger machen schon aus dieser lächerlichen Veränderung ein Katastrophe! Man nehme z.B. die haushohe Übertreibung vom Optiker Martin C. (Laden am Klosterstern): "Der Verkehr staut sich auf, es bewegt sich gar nichts". Was nicht einmal stimmt, wie man hinter ihm sehen kann. So quälten sich die Autos schon immer vom Eppendorfer Baum in den Klosterstern - egal ob mit oder ohne Verengung.

      Zum Glück verfügen die anderen vom NDR befragten Wutbürger über mehr Durchblick und Sachlichkeit:

      Autofahrerin: "Find' ich scheisse".

      Passant: "Totale Fehlplanung. Das Gleiche wie am Mühlenkamp. Ist doch alles totaler Blödsinn"

      Porschefahrer: "Na ja, erst machen sie den Harvestehuder Weg zur Minna und jetzt dieses Chaos hier, das is ja wie 'ne Mauer in Berlin. Die spinnen!"

      Und noch einmal Optiker Martin C. "Im Weihnachtsgeschäft so was zu veranstalten finde ich unseriös, unmöglich und wir wurden auch nicht vor die Wahl gestellt".

      Beeindruckende Statements... Fahrbahnverengungen im Weihnachtsgeschäft gehen ja nun wirklich nicht. Vielleicht könnt man ja an Ostern...? Was bitte ist denn eine "unseriöse" Fahrbahnverengung? Der Duden erklärt "seriös" "ordentlich, solide wirkend, gediegen, ernst und würdig, feierlich." Ach ja..., ich wurde übrigens auch noch nie von einer Behörde "vor die Wahl gestellt", wie ich die Verkehrsführung auf der Straße, an der ich wohne, gern hätte.

      Noch 'ne Frage: Könnte es auch an der Mauer im Kopf liegen? Würden die Experten und Wutbürger zumindest auch die Möglichkeit zulassen, dass der tägliche Stau am Klosterstern, so er denn überhaupt auftritt, ganz einfach durch die viel zu hohe Zahl von Menschen zustande kommt, die meinen, ein Auto als Verkehrsmittel benutzen zu müssen?

      Die Antwort wäre wahrscheinlich: "Ist doch alles totaler Blödsinn"...
      "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
      Peter Ustinov
    • Was passiert eigentlich mit den bisherigen Radwegen? Werden die zurückgebaut und wird dabei der Kantstein versetzt? Bin ich der einzige, der es merkwürdig findet, daß die Behörde mit einem Wortspiel geltendes Recht untergraben will? Protected Bike Line - My Ass. Ein dem Radverkehr gewidmeter Sonderweg bleibt ein Radweg im Deutschen.

      Da bekommt man ja Lust, den Wutbürgern mal die Klageoptionen aufzuzeigen.
    • Panke schrieb:

      Was passiert eigentlich mit den bisherigen Radwegen?

      Laut den Grafiken werden die wohl zurückgebaut. Alles andere kann ich mir auch nicht vorstellen, das wäre in der Kirche erwähnt worden.

      Panke schrieb:

      Bin ich der einzige, der es merkwürdig findet, daß die Behörde mit einem Wortspiel geltendes Recht untergraben will? Protected Bike Line - My Ass. Ein dem Radverkehr gewidmeter Sonderweg bleibt ein Radweg im Deutschen.

      Total bescheuert. Ich bin auch echt mal gespannt, wie das funktionieren soll — der jetzige Kram funktioniert ja jedenfalls eher schlecht.
    • Ich hatte nur deutsche "fahrradstädte" im Kopf, die sich üblicherweise diesen Titel selbst verleihen.
      Kopenhagen ist da für mich noch mal eine ganz andere Hausnummer. Für die ist das Bild, was ich bei "Fahrradstadt" im Kopf habe, eine Beleidigung. ;) Zumindest im Centrum.
      Ja zu Schockbildern auf Radwegen!
    • Ich hatte vorhin Zeit zwischen zwei U-Bahnen und bin mal am Klosterstern ausgestiegen. Das ist schon ein ziemlich hoher Parkdruck: alleine vor dem Weinladen Gröhl standen mindestens 50 Fahrräder, und die ganze Straße Richtung Eppendorfer Baum noch mehr Zweiräder.

      Wo sind diese Anwohner eigentlich, wenn es um die Diskussion der Umbaupläne geht?
    • Ich grüble außerdem: da macht dieser Optiker Carl einen Riesenaufstand, dass ihm ohne Doppelspur und Kampfparkplätze die Kunden wegbleiben würden. Sein Laden ist 20 Schritte von der U-Klosterstern und 300 Schritte von der U-Eppendorfer Baum entfernt. Wie viel wiegt eine Brille? Muss man für deren Transport ein Auto dabeihaben?
      Und im NDR-Beitrag zur Bebelallee (im dortigen Thread verlinkt) schluchzt eine Anwohnerin, dass man bei vorgeschriebenem Längsparken keinen Parkplatz mehr finden würde, wenn man abends heimkommt. Sie steht in Sichtweite der U-Lattenkamp und U-Hudtwalckerstraße, wo abends alle 10 Minuten eine U-Bahn vorbeikommt und wo mehrere Busse fahren.
      Was sind das bloß für Leute?