Klostersternumbau

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    • Und wie ich bereits gesagt habe: Variante 3 kommt. Naja, fast. Der Radfahrstreifen im Kreisel ist jetzt nicht mehr rot, sondern Asphaltgrau.
      Also war das alles verschwendete Lebenszeit, das waren nur Alibi-Veranstaltungen, um Bürgerbeteiligung vorzugaukeln.

      Und einfach nochmal der Hinweis auf die VwV-StVO: verwaltungsvorschriften-im-int…_26012001_S3236420014.htm
      "Radfahrstreifen sind in Kreisverkehren nicht zulässig".
      Achne, da die Stadt keine [Zeichen 237] mehr an Radfahrstreifen aufstellt, ist das ja gar keiner. Die nennen es auch selbst Radweg, und er ist baulich angelegt (3cm höher!).
      Wäre das Ding auf Fahrbahn-Niveau, wäre es ein Seitenstreifen und dürfte zugeparkt werden.
      Und wie war das, Radwege sind grundsätzlich nicht benutzungspflichtig? Das erklär mal jemand unseren lieben Kampfkraftfahrern.

      Nun frage ich mich, wie ich mich verhalten soll: Auf dem Radweg fahren und damit rechnen, dass meine Vorfahrt regelmäßig missachtet wird? Auf der Fahrbahn fahren und mich dem Unverständnis meiner Mitbürger aussetzen?
      Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.
    • Immer vorneweg: »Weinhaus Gröhl«

      Nun. Nomen est manchmal Omen - und man sollte nicht zuviel von seiner eigenen Handelsware intus haben, wenn man sich an die Medien wendet.

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    • Trifft man denn nun noch jemanden aus dem Forum dort oder bin ich da gleich alleine?

      Bin ja echt gespannt, ob das so ein Knaller wird wie die letzte Veranstaltung. Wenn man dem Bericht aus der Zeit glauben darf, ging’s ja damals heiß her. Vielleicht skandiert ja heute sogar jemand „Lü-gen-pres-se! Lü-gen-pres-se!“
    • So.

      Ich war also gestern Abend mit @flinker, @Kilometerfresser und @Flowmaster in der Hauptkirche St. Nikolai, um mir mal den aktuellen Stand der Planungen anzuhören. Ich will auch gar nicht leugnen, dass ich ein bisschen sensationsgeil war, weil ja nach der vorigen Versammlung und der momentan kochenden Stimmung davon auszugehen war, dass es wieder laut und unterhaltsam würde. Ich will im Folgenden nicht die gesamte Planung detailliert wiedergeben, das lässt sich auf der Homepage des LSBG nachlesen.



      Jedenfalls kam ich dann gegen 17.50 Uhr dort in der Kirche an in der Erwartung, es ginge wohl so gegen 18 Uhr los. Stimmte aber gar nicht, es ging erst gegen 19 Uhr los, das mit 18 Uhr war ein Druckfehler. So hatte ich dann noch etwas Gelegenheit, einmal den Klosterstern zu umrunden (vier blöde Situationen, davon einmal ich am Fußgängerüberweg übersehen, davon zwei Radfahrer an den Ausfahrten übersehen) und leider noch viel mehr Gelegenheit, mit den anderen Gästen, die ebenfalls auf die falsche Uhrzeit hereingefallen waren, ins Gespräch zu kommen. Im Eingangsbereich wurde der momentane Stand der Planung ausgestellt und man konnte sich mit den Planern oder mit anderen Gästen unterhalten.



      An der Wand, an der die künftige Aufteilung des Straßenraumes im Eppendorfer Baum aufgehängt war, stand eine ältere Dame, tippte mit dem Finger auf den eingezeichneten Schutzstreifen und meinte: „Das soll wohl ein Witz sein!“ Ich fragte nach, was ihr denn nicht gefiele, woraufhin sie antwortete: „Ich lasse meine Kinder doch nicht mitten auf der Straße fahren!“

      Diese Phrase „mitten auf der Straße“ muss ja auch sowas wie ein Running Gag sein. Ich fragte nach, wie alt ihre Kinder denn wären, weil Kinder bis acht Jahren auf dem Gehweg fahren müssten und Kinder bis zehn Jahren auf dem Gehweg fahren dürften, aber sie wusste es besser: „Aber nicht, wenn es einen Radweg gibt!“ — „Doch“, entgegnete ich, „auch wenn es einen Radweg, einen Schutz- oder einen Radfahrstreifen gibt. In dem Alter müssen Kinder auf dem Gehweg fahren.“ — „Nein, Sie lügen!“



      Ich lüge. Aha. Man hätte es ja auch anders formulieren können. Etwa: „Nein, das stimmt nicht.“ Oder: „Nein, Sie irren sich.“ Oder meinetwegen auch: „Nein, ich weiß es besser!“ Aber: Nein, ich lüge. Die Dame vermutete also, ich hätte ihr bewusst etwas falsches erzählt. Und dieses Misstrauen, das hätte mir schon kurz nach 18 Uhr auffallen sollen, dieses Misstrauen sollte sich durch die komplette Veranstaltung ziehen. Hier wird niemandem mehr etwas geglaubt. Ich wollte gerade mein Smartphone rausholen, um ihr den Absatz aus der Straßenverkehrs-Ordnung vorzulesen, aber glücklicherweise war sie schon damit befasst, sich über den Aufzug zur U-Bahn zu empören, der nämlich — wer hätte es gedacht! — „mitten auf der Straße“ stehen sollte.

      Die Dame empörte sich inzwischen mit einem Rollator-Fahrer und einer anderen älteren Dame darüber, dass dieser Aufzug aus reiner Schikane dort an dieser Stelle gebaut werden solle, wodurch die zweistreifige Zufahrt aus dem Eppendorfer Baum einstreifig würde. Nur: Der Aufzug passt halt an keiner anderen Stelle. Man kann bei OpenStreetMap sehen, wo in etwa der gekrümmte Bahnsteig verläuft und so ziemlich der einzige Punkt, wo man mit einem Aufzug von der Oberfläche bis auf den Bahnsteig fahren könnte, ist eben der linke Fahrstreifen der Zufahrt zum Klosterstern-Kreisverkehr. Ist blöd, aber ist so. Ich habe allerdings nicht ganz verstanden, warum man nicht zwei Aufzüge einbauen kann, einen an der Seite zur Verteilungsebene, einen weiteren von der Verteilungsebene zum Bahnsteig. Einer mit Namensschild (einer der Planer?) meinte, dann gucke ja trotzdem noch der Motor oben aus der Fahrbahn heraus, weil sich die Verteilungsebene direkt unter der Fahrbahn befände, aber für solche Zwecke haben Ingenieure ja den Hydraulikaufzug erfunden, der von unten schiebt und nicht von oben zieht.

      Ich nehme ja eher an, dass man auch von der Verteilungsebene keinen Punkt findet, um direkt auf dem Bahnsteig zu landen und für einen Schrägaufzug in jeglicher Hinsicht kein Platz ist.

      In einer anderen Ecke wurde darüber diskutiert, wie viele Parkplätze denn entfallen werden. Ein Anwohner gab an, er habe gerade nachgezählt, es gäbe 150 Parkplätze im Klosterstern Kreisverkehr. Meiner Kenntnis nach wären es etwa einhundert Parkplätze, davon die Hälfte ordnungswidrig. Er bemängelte, dass meine Zahlen falsch wären und außerdem wäre das Parken dort erlaubt, schließlich wurde schon immer so geparkt. Gewohnheitsrecht halt.

      Nun war es aber plötzlich Zeit, den Bingo-Zettel zu zücken, denn in der Nachbar-Gruppe fiel plötzlich das Wort „Lügenpresse“.

      Ich dachte schon, man hätte einen Medienvertreter gesichtet und würde jetzt „Lü-gen-pres-se! Lü-gen-pres-se!“ skandieren, aber tatsächlich ging es wohl um den ZEIT-Artikel über die vorige Veranstaltung, über den man sich sehr störte, denn schließlich habe es ja gar keine Zwischenrufe gegeben und der Kreisverkehr sei gar kein Unfallschwerpunkt.

      So ging es dann noch eine Weile weiter, ich hörte mir dies an und diskutierte jenes, aber es kristallisierte sich heraus, dass es vor allem zwei große Sorgen gab: Radfahrer mitten auf der Straße und weniger Parkplätze.



      Und es half auch gar nichts mehr, den Leuten irgendwas sachlich erklären zu wollen, die hatten gar kein Interesse an irgendwelchen Fakten. Man mag ja zurecht die Ergebnisse diverser Studien anzweifeln und man mag ja auch erstmal nicht davon überzeugt sein, dass ein Radweg eben nicht so sicher ist, wie man eigentlich glaubt, aber das viele Gäste schon zu doof waren, die Regelung für Kinder und Radwege und Gehwege zu verstehen, das macht mich echt stutzig.

      Dann wurde ein älterer Herr auf mich aufmerksam, der mich wohl als Radfahrer identifizierte und gleich mit einer meiner weiteren Lieblingsphrasen begann: „Ich bin sowohl Rad- als Autofahrer, kenne also beide Seiten.“ — „Lassen Sie mich raten“, meinte ich, „zu Fuß gehen Sie manchmal auch, oder?“ Naja, der Witz war nicht so witzig, aber mein Gesprächspartner vermied es, sich darüber weitere Gedanken zu machen. Stattdessen erklärte er mir, dass er seit 55 Jahren täglich zwei Mal durch den Kreisverkehr führe und noch nie einen Unfall gesehen habe, aber die Radfahrer, wie die Radfahrer da immer angeschossen kommen, da wäre es ja kein Wunder, dass es dauernd Schwerverletzte gäbe. „Hä“, meldete ich mein Unverständnis an, „ich dachte, es gibt keine Unfälle?“ Es stellte sich heraus, dass mein Gesprächspartner eine andere Definition des Wortes „Unfall“ pflegt: Wenn ein Radfahrer von einem abbiegenden Kraftfahrzeug „übersehen“ wird, wäre es kein Unfall, weil der Radfahrer wie aus dem Nichts angeschossen käme und deshalb automatisch schuld wäre. Wenn aber ein Kraftfahrer schuld wäre, dann wäre es auch ein Unfall, aber es gibt keine Unfälle, weil ja der Radfahrer wie aus dem Nichts angeschossen kommt und deshalb schuld ist. Darum hieße es ja auch „Autounfall“.

      „Scheiße“, rief ich entgeistert, „mein ganzes Leben war eine Lüge.“

      Bloß weg hier.

      Irgendwann kam @flinker vorbei, wir hörten uns ein paar Gespräche an, er war noch amüsiert, ich eher schon fassungslos und ging etwas vor die Tür und wollte etwas Ruhe.

      Als ich dann wieder rein kam, stand ich in einer hitzigen Debatte: Eine Klosterstern-Mühlenkamp-Wutbürger-Bündnis rieb eine der Damen auf, die wohl beim Planungsprozess beteiligt war. Ich kann den Inhalt der Debatte nicht exakt wiedergeben, denn es ging in unfassbaren Tempo vom Klosterstern in den Eppendorfer Baum, von dort in den Mühlenkamp, dann „Lügen! Lügen! Lügen!“ und wieder zurück zum Klosterstern, bis man endlich die alles entscheidende Frage einreichte: „Ich will jetzt von Ihnen wissen: Wie viele Parkplätze werden vernichtet?“

      Darauf konnte die Planerin allerdings keine Antwort geben, was ich tatsächlich etwas schwach fand. Es war doch abzusehen, dass die Sache mit den Parkplätzen das abendbeherrschende Thema würde, da hätte man ja mal ein paar Zahlen parat haben können. Das KMW-Bündnis schnatterte empört weiter und verlangte jetzt einen Verantwortlichen zu sprechen.

      Und jetzt kommt’s: Eine Dame aus dem Mühlenkamp triumphierte, man habe einen Anwalt konsultiert, der wüsste es nämlich ganz genau. Es stellte sich heraus, dass der Anwalt es wohl doch nicht so ganz genau wusste, denn eine Zahl konnte die Dame auch nicht nennen, aber es gäbe eine EU-Richtlinie, die bei einer Radverkehrsführung auf der Fahrbahn die Einrichtung von Quer- oder Schrägparkplätzen verbiete.

      Hat jemand schon mal was davon gehört? Ich habe mich eine Weile im Netz umgeschaut und nicht mal Anzeichen dafür gefunden, dass es eine solche Richtlinie geben könnte. Ich wüsste auch nicht, inwiefern eine solche Richtlinie plötzlich für irgendwelche Planungsprozesse innerhalb des deutschen Rechtssystemes einschlägig sein könnte. Leider hatte der Anwalt seiner Mandantin nicht erklärt, um welche Richtlinie es sich handelt, aber ich wusste zum Glück bescheid und erklärte: „Genaugenommen verbietet die Richtlinie nicht die Einrichtung von Quer- oder Schrägparkplätzen, sondern enthält die Vorschrift, dass in jeder Straße pro Jahr die Hälfte der Parkplätze vernichtet werden müssen, um die Autofahrer weiter zu unterdrücken und linksgrün-versifftes Gedankengut zu fördern.“

      Ich glaube, das war die klügste Aussage, die in dieser Runde in den letzten fünf Minuten gefallen war. Leider lachte niemand, stattdessen verlangte man von mir, jetzt endlich einen Verantwortlichen zu benennen. Mir platzte nun langsam der Kragen und ich erklärte, dass die Dame mit dem Namensschild ja offenbar am Planungsprozess beteiligt gewesen war, aber nicht direkt dafür verantwortlich ist, dass hier einige Parkplätze entfallen könnten, schließlich habe sie offenbar ja weder Schaufel noch Spitzhacke dabei, um Parkplätze zu vernichten. „Dann rufen Sie doch endlich mal nach einem Verantwortlichen“, forderte mich eine der Wutbürgerinnen auf.

      Nichts lieber als das. Ich rief also laut: „Ist hier jemand verantwortlich? Diese Dame verlangt sofort nach einem Verantwortlichen!“ Das war definitiv lauter als es für eine Kirche angemessen war, insofern herrschte auch sofort Ruhe im mittlerweile gut gefüllten Vorraum und sogar @flinker hatte mich noch gehört, obwohl er etwas weiter entfernt saß. Es war aber niemand verantwortlich — oder es hatte niemand Lust, sich zu erkennen zu geben. Immerhin ließ man jetzt von der Dame mit dem Namensschild ab und empörte sich unter Seinesgleichen weiter.

      Mir war nun ebenfalls nach Meinesgleichen und ich unterhielt mich noch eine Weile mit @flinker, @Kilometerfresser und @Flowmaster, bis es um 19 Uhr schließlich losging.



      Der Typ mit dem Mikrofon gab noch mal eine Einführung, worum es denn gehen sollte. Die Einführung kam aber nicht so ganz gut an: Es gäbe hier keinen Unfallschwerpunkt, rief einer der Gäste, es gibt hier keine Unfälle. Ah, und wenn es Unfälle gäbe, dann wären jedes Mal die Radfahrer schuld. Und was wir vor allem in den nächsten zwei Stunden immer wieder hören würden: „Sie lügen!“ (Applaus)

      Der Mikrofon-Mann meint, die Radwege wären unzureichend? „Lüüüüüüüge!“ (Applaus)

      Der Mikrofon-Mann erklärt, es handle sich bei diesem Keil, der jetzt die Zufahrt aus dem Eppendorfer Baum reguliert, um einen Test? „Ihr seid ja wohl vollkommen bescheuert!“ (Applaus)

      Die Radverkehrs-Infrastruktur wird auf die Fahrbahn verlegt? „Ihr seid Mörder!“ (Applaus)

      Man merkte den Planern allerdings auch an, dass sie von vornherein nicht viel Lust hatten, gegen diesen Shitstorm anzuarbeiten. Ich kann es ihnen kaum verdenken — allerdings haben sie damit den Kritikern natürlich in die Hände gespielt. Ich verzichte in den nächsten Absätzen darauf, das ganze Gegröle und Gemurmel wiederzugeben, einerseits konnte ich es mir nicht alles notieren, andererseits könnt ihr euch einfach irgendwelche empörten Zwischenrufe ausdenken und dem Publikum unterstellen, ihr tut damit niemandem Unrecht.



      Dann wurde zum Beispiel ein Videofilm abgespielt, der die Verkehrsbelastung vor und nach den Umbauarbeiten zeigen soll. Dieser Film soll angeblich total realistisch sein und zeigt für die Zeit nach dem Umbau ein Dutzend Autos, die da um den Klosterstern und durch den Eppendorfer Baum bummeln. Man braucht nun wirklich kein Wutbürger sein um zu erkennen, dass das wohl kaum eine realistische Schätzung sein kann — es hat sich aber auch niemand die Mühe gemacht, diesen Stau im Eppendorfer Baum, der nicht erst seit der Verengung mit diesem Keil entstanden ist, in Einklang mit der Verkehrsprognose von einem Dutzend Kraftfahrzeugen zu bringen. Und es hat auch niemand versucht, noch eine Verbindung zur voherigen Folie herzustellen, wo eine Strecke des stockenden Verkehrs vor der Einfahrt in den Kreisverkehr mit 180 Metern (?) angegeben wurde — die auf dem Film auch nicht zu erkennen war. Entweder hat niemand aus dem Publikum diesen Film verstanden oder die Planer haben da etwas nicht ordentlich erklärt, aber nachfragen wurden leider sinngemäß mit „nein, das sind exakte Werte“ beschieden.

      Kein Wunder, dass manch einer im Publikum schon eine ungesunde Gesichtsfarbe hatte.

      Genauso komisch war der Schutzstreifen im Eppendorfer Baum. Der sollte 1,6 Meter breit sein mit einem Sicherheitsraum von zwanzig Zentimetern — trotzdem sollte bei einer Kernfahrbahn von 5,5 Metern problemlos Begegnungsverkehr zwischen zwei Kraftfahrzeugen und zwei Radfahrern möglich sein.

      Aha. Mal sehen. Die Fahrbahn ist also 5,5 Meter plus zwei mal 1,6 Meter plus zwei Mal 0,2 Meter breit. Ergibt sagenhafte 9,1 Meter. Von den parkenden Kraftfahrzeugen sollen Radfahrer einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern halten. Das wird total prima, denn selbst wenn der Radfahrer nur einen halben Meter Platz beansprucht, passt er nicht mehr in den Schutzstreifen. Aber macht ja nichts, Radfahrer halten sich ja eh nie an die Regeln. Aber trotzdem sind von den 9,1 Metern schon 2 mal 1,5 Meter weg, bleiben 6,1 Meter. Beim Überholen eines Radfahrers sollen Kraftfahrzeuge ebenfalls 1,5 Meter Abstand einhalten — schon sind wieder 2 mal 1,5 Meter weg, bleiben 3,1 Meter. Nehmen wir mal einen Kleinwagen mit 1,9 Meter Breite inklusive der Außenspiegel, so ist die Fahrbahn 70 Zentimeter zu schmal — zumal die Kraftfahrer ja auch noch einen gewissen Abstand zueinander einhalten wollen.

      Nehmen wir mal an, dass der Abstand zwischen zwei Kraftfahrzeugen beim Entgegenkommen einen Meter beträgt, so beanspruchen die beiden Kraftfahrzeuge auf der 5,5 Meter breiten Kernfahrbahn 4,8 Meter. Es bleiben also siebzig Zentimeter übrig, für jeden Radfahrer also 35 Zentimeter. Der Radfahrer hat also 2,15 Meter Platz, um sich sowohl mit der Dooring-Zone auf der einen Seite und den Luftverwirbelungen auf der anderen Seite zu arrangieren — und man darf ja auch davon ausgehen, dass ein Radfahrer selbst etwa einen Meter Platz beansprucht, also bleiben 1,15 Meter Sicherheitsabstand, den der Radling nach rechts und links verteilen kann. Großartig.

      Das passt eigentlich nicht so richtig, zumal solche Situationen ja nicht gerade selten sein werden. Und wenn ein Lastkraftwagen kommt? „Dann muss der hinter dem Radfahrer herfahren.“ Na klar. Das wird bestimmt funktionieren.

      Ohnehin war den Gästen die Radverkehrsführung nicht so ganz klar, obwohl es so kompliziert eigentlich gar nicht aussah.



      Der Witz ist ja auch, dass es eine Radverkehrsführung innerhalb des Kreisverkehrs geben soll. Man kann ja nicht behaupten, dass der Gesetzgeber in den letzten Jahrzehnten ganz besonders viele Geistesblitze gehabt hätte, was Regelungen für den Radverkehr angeht, aber man darf ja davon ausgehen, dass er sich schon etwas dabei gedacht hat, Radverkehrsführungen im Kreisverkehr zu untersagen.

      Darum war man im Planungsbüro total klug: Es ist kein Radfahrstreifen, kein Schutzstreifen, sondern eine „Protected Bike Lane“. Was das ist, werdet ihr euch fragen? Na, ganz einfach: Ein ganz normaler Radweg, der auf Fahrbahnniveau verläuft und von der Fahrbahn mit einer Markierung abgetrennt wird. Also quasi wie ein Radfahrstreifen, nur ist es kein Radfahrstreifen, weil Radfahrstreifen ja verboten sind, sondern es heißt einfach „Protected Bike Lane“.

      „Das ist doch großer Bullshit“, hörte ich mich rufen, wütend mit einem Fuß auf den Boden stampfend, aber tatsächlich sagte ich nur zum @Kilometerfresser: „Ich halte das hier echt nicht aus.“ Aber die Planer sind ja der Überzeugung, dass im Gegensatz zum bisherigen Hochbordradweg auf dem Streifen, Pardon, auf der Protected Bike Lane nicht mehr in der falschen Richtung geradelt würde. Höhöhö, da haben die aber die hanseatischen Kampfradler unterschätzt.

      Die Sache mit den Parkplätzen habe ich überhaupt nicht kapiert. Es gibt jetzt also innerhalb des Kreisverkehrs vierzig Parkplätze sowie 99 ordnungswidrige Parkplätze? Oder sind es insgesamt 99 ordnungswidrige Parkplätze und am Ende bleiben vierzig Parkpätze übrig? Keine Ahnung. Jedenfalls sorgte das Thema natürlich auch für erhebliche Empörung.

      Dann kam noch jemand auf die Bühne und erläuterte eine Kreuzung im Zusammenhang mit der Veloroute 13, aber das hat mich jetzt nicht so mega interessiert.

      Nun war es 20 Uhr und Zeit für die Fragestunde.

      Jemand fragte nach, wie das denn mit der Kreisfahrbahn im Kreisverkehr wäre. Die wäre ja ebenfalls 5,5 Meter breit, ob man denn da überholen könne, wenn sich an einer Ausfahrt der Verkehr staue. Das ginge nach wie vor, rechnete man der Fragestellerin vor, allerdings wunderte sich das Publikum, wie denn Lastkraftwagen überholen sollten, wenn vor ihnen rechtsabbiegende Autos warteten.

      Hmm. Vielleicht einfach mal warten? Ich habe im Klosterstern noch keinen Lastkraftwagen gesehen, der auf dem inneren Fahrstreifen den zähfließenden Verkehr an einer Ausfahrt überholt hat, um sich anschließend wieder außen einzuordnen. Vielleicht müssen solche dicken Kraftfahrzeuge dann einfach mal ihr Schicksal hinnehmen und warten. Das galt im Publikum aber nicht als befriedigende Antwort.

      Irgendjemand rief dann, die Planung des Aufzuges wäre ein Schildbürger-Streich. Er bekam dafür zwar viel Applaus von seinen Mitstreitern, aber irgendwelche Verbesserungsvorschläge kamen dann doch nicht. Man kann ja die Position des Aufzuges zurecht kritisieren, aber man kommt wohl nicht umhin anzuerkennen, dass es keine andere Möglichkeit gibt — außer eben keinen Aufzug zu bauen.

      Eine andere Dame bemängelte, dass die Radfahrstreifen (ich nenne das jetzt einfach Radfahrstreifen, auch wenn es keiner ist) im Kreisverkehr das Abbiegen unmöglich machten, weil man beim Warten vor dem Fußgängerüberweg dann auf diesem Streifen stünde (Applaus). Die Planer entgegneten, dass in der Ausfahrt zwischen dem Fußgängerüberweg und dem Radfahrstreifen vier Meter Platz verblieben, so dass der Radverkehr nicht behindert würde. Hmm, mein Polo war 3,8 Meter lang, da muss ich aber beim Abbiegen schon ziemlich genau rangieren. Und wenn man bedenkt, dass in Eppendorf eher höherwertigere und damit auch größere Wagen gefahren werden, kann man sich ja vorstellen, wie toll das mit dem Abbiegen funktionieren wird.

      Mir ist sowieso unklar, was diese Radverkehrsinfrastruktur nun werden soll. Zählt diese Protected Bike Lane nun zur Fahrbahn oder ist das ein Sonderweg? Und wie wird verhindert, dass sich Kraftfahrer vor dem Rechtssabiegen schon auf diesem Sonderweg einordnen, womöglich auch ganz bewusst, um Radfahrer am Vorbeifahren zu hindern?



      Dann war Ploß endlich an der Reihe. Er wollte mehr Ladezonen in der Hegestraße. Ist ein berechtigter Einwand, wie ich finde. Die Radverkehrsführung auf den Planungsskizzen fand er aber zu unübersichtlich, es müsse unbedingt eine klare Verkehrsführung geben (Applaus). Außerdem müssten alle Parkplätze erhalten bleiben (Applaus). Die Fahrradstraße am Harvestehuder Weg sei ein Schildbürgerstreich (Applaus), die Planung wäre nicht akzeptabel (Applaus). Er wich etwas vom Thema ab und kurvte am Harvestehuder Weg herum, wurde dann ermahnt, bitte zurück zum Klosterstern zu lenken, was seine Anhänger mit wütenden Zwischenrufen quittierten.

      Es ging dann weiter um die Reduzierung der Parkplätze innerhalb des Kreisverkehrs. Einer der Planer entgegnete, dass sich die Kraftfahrer auch künftig ihre Parkplätze schon irgendwie suchen würden, genau wie es ja jetzt mit den ordnungswidrigen 99 Parkplätzen passiere. Na, das ist ja mal eine tolle Planung. Das Publikum war außer sich vor Wut, es wäre ja eine Unverschämtheit, den Kraftfahrern zu unterstellen, sie hielten sich nicht an die Regeln.

      Ach, die Stimmung stieg und stieg. Das war fast so schön wie Weihnachten. Hätte mir der Herr etwas Talent an der Klavier- und nicht an der Computertastatur geschenkt, hätte ich mich an die Orgel gesetzt und „O du fröhliche“ angestimmt.

      Der Planer referierte, der Radweg am Harvestehuder Weg wäre nicht so toll und es gäbe häufige Konflikte? „Lüüüüge!“, „Das stimmt nicht!“ „Sie haben doch keine Ahnung!“ Die Fahrradstraße wäre doch gar nicht so schlecht? „Das ist der größte Schwachsinn!“, „Lüüüüüüüüge!“ Wobei das mit der Fahrradstraße ja nun echt nicht so richtig geil war bislang, das kann man ja nicht leugnen.

      Jetzt bekam eine Dame vom Mühlenkamp das Mikrofon in die Hand und teilte ordentlich aus! Sinngemäß brüllte sie: „Die belügen Sie nach Strich und Faden!“, allerdings nicht in dieser übersichtlichen Kurzfassung, sondern mindestens eine halbe Minute lang. Die war richtig außer sich vor Wut, ich hatte gar nicht gedacht, dass sie das Mikrofon noch in einem Stück zurückgeben könnte. Sie hätte es ja eh nicht gebraucht. Dafür bekam sie auch viel Applaus.

      Nun kommt ein anderer Anwohner zu Wort, der immerhin ein Mikrofon braucht, weil er wegen seines Alters nicht mehr ganz so laut spricht. Er führe seit fünfzig Jahren mit dem Rad in die Stadt und wäre totunglücklich über die Situation am Harvestehuder Weg. Dort hätte es in der Vergangenheit den besten und breitesten Radweg von ganz Hamburg gegeben und es wäre eine Frechheit sondergleichen, dass der nun vernichtet werden solle. Was das wieder koste! (Applaus)

      Jemand will wissen, ob man eigentlich die Polizei bei der Planung eingebunden hat. Der anwesende Polizeibeamte, der an diesem Abend nur dieses eine Mal zu Wort kommen sollte, erklärt, man wäre bereits früh beteiligt worden und der Klosterstern wäre ein Unfallschwerpunkt, aber mit der neuen Radverkehrsführung werde es sicherlich besser.

      Dafür erntet er erwartungsgemäß wütendes Gebrüll: „Lüüüüüüüge! Es gibt keine Unfälle!“ Und der Typ, mit dem ich mich schon vorher unterhalten musste, merkt an, dass jedes Mal die Radfahrer schuld gewesen wären.

      Nun kommt ein anderer Anwohner zu Wort und redet sich in Rage: Das Nein zu Olympia wäre auch eine Quittung der autofeindlichen Politik gewesen (Applaus)! Wohin sollen denn die 70 Autos, die dort am Klosterstern Tag und Nacht parken (Applaus)? Es werde außerdem eine Luftverpestung ungeahnten Ausmaßes geben, weil nach dem Umbau täglich Stau am Klosterstern wäre (Applaus). Die Bürger müssten sich endlich wehren (Applaus).

      Der Planer, der diese Frage beantworten sollte, kam allerdings wegen des Wutgebrülls nicht so richtig zu Wort. Ich glaube auch nicht, dass zu diesem Zeitpunkt noch jemand an Antworten interessiert war.

      Nun fragte endlich mal jemand etwas sinnvolles: Warum gibt es denn im Kreisverkehr Radfahrstreifen, wenn das doch gar nicht zulässig ist? Die Antwort habe ich schon weiter oben zitiert: Es ist ja kein Radfahrstreifen. Toller Trick, oder?

      Dann: Warum muss der perfekte (!) und sichere (!) Radweg am Kreisverkehr abgerissen werden? Naja, weil er halt weder perfekt noch sicher ist. Jens vom Hamburger ADFC erklärt die Sache mit der Radverkehrsführung auch noch mal und will erstmal abwarten, wie sich die Infrastruktur in der Praxis bewährt.

      Nun dreht es sich erstmal wieder darum, dass es sich ja nicht um einen Unfallschwerpunkt handle. Das wissen einige der Gäste ganz genau, weil sie bereits seit vielen Jahren direkt am Kreisverkehr wohnen und noch nie einen Unfall gesehen haben. Es gäbe einfach keine Unfälle, der Klosterstern-Kreisverkehr wäre die sicherste Straße in ganz Deutschland, es gäbe hier kei-nen ein-zi-gen Un-fall.

      Die nächsten Minuten dreht sich alles um die demokratische Legitimierung dieser Baumaßnahme. Die kann ich aber nicht ordentlich wiedergeben, dazu habe ich zu wenig Ahnung vom Verwaltungsrecht. Zwischendurch kommt aber noch „Politikerpack“ auf meinen Bingo-Zettel.

      Nach ein paar positiven Stimmen zu der neuen Radverkehrsinfrastruktur sprach dann ein Anwohner, der den anderen Radfahrer toppte, denn er fuhr schon seit 70 Jahren täglich in die Stadt und habe hier noch nie einen Unfall gesehen. Aber die Fahrradstraße, das wäre eine Frechheit, wer brauche denn schon eine Straße nur für Radfahrer?

      Dann ging es endlich um die Bäume. Einer der Anwohner mutmaßte, die Planung werde absichtlich verkackt, um anschließend zu merken, hmmm, da müssen wir noch mal weiterplanen und erst einmal ganz viele Bäume fällen. Eine der Planerinnen versicherte, dass das ganz bestimmt nicht passieren wird. Also das mit den Bäumen, nicht das mit der verkackten Planung.

      Jetzt kommt ein Restaurantbetreiber vom Mühlenkamp zu Wort und redet sich ähnlich in Rage wie eine halbe Stunde zuvor seine Mitstreiterin. Man würde hier veräppelt, wie Kinder behandelt, obwohl es um die Existenz ginge. Dann geht’s weiter zu ein paar Geschäftsleuten, die ebenfalls um ihre Existenz fürchten und Fragen zum Ablauf der Arbeiten haben.



      Quasi zum Schluss sprach Wieland Schinnenburg von der FPD. Die ganze Planung sei Teil einer üblen Ideologie, denn Autofahrer seien die Bösen und müssten unbedingt behindert werden. Außerdem würden die Radwege von den Autosteuern bezahlt, das ginge gar nicht. Es gäbe auch keine Belege, dass Radfahrer auf der Straße sicherer wären, von zehn Unfällen fänden fünf auf dem Radweg und fünf auf der Straße statt. Niemand könne belegen, dass Radfahrer auf dem Radweg nicht sicher wären.

      Zum Schluss gab er den Zuhörern noch etwas zum Knabbern mit auf den Weg: Den Chinesen ging es schlecht, als sie noch Fahrrad fuhren. Jetzt fahren sie Auto und schon geht es ihnen viel besser.

      Ich hatte das dringende Bedürfnis einer Wortmeldung, habe mich aber dann doch zurückgehalten, ihm die aktuelle Luftsituation in China zu beschreiben — oder mal darauf hinzuweisen, dass das Automobil eine Folge des Wohlstands in China wäre und nicht dessen Ursache.

      Naja.

      Wir standen dann noch ein bisschen draußen herum, bekamen ein Lob von einer Dame, weil wir Licht am Fahrrad hatten und ärgerten uns mit einem Radfahrer herum, der aus Sicherheitsgründen ordnungswidrig auf dem Gehweg fährt. Ah, das sind mir ja echt die liebsten. Hoffentlich bekomme ich morgen nicht von einem Kraftfahrer aufs Maul, der irgendwo einen Radfahrer auf dem Gehweg gesehen hat. Und dann fuhr der Typ auch noch ohne Helm. Und ohne Speichenreflektoren.

      Naja.

      Es war jedenfalls ein vergnüglicher Abend. Aber ich habe wieder einmal das Gefühl bekommen, dass Bürgerbeteiligung tatsächlich nur in begrenztem Maße funktioniert. Hier sitzen Leute herum, die von Verkehrsplanung keine Ahnung haben und davon ganz schön viel, sich aber berufen fühlen einen riesigen Verkehrsknotenpunkt zu planen, obwohl sie nicht mal die elementarsten Verkehrsregeln verstehen und einen Radweg als total großartig und perfekt und sicher bezeichnen, der zu den gefährlichsten von ganz Hamburg zählt. Ich dachte ja früher, man könnte in solche Planung ja jedenfalls die Erfahrung der Anwohner einfließen lassen, aber offenbar klappt ja nicht einmal so etwas noch, wenn hier Leute seit siebzig Jahren herumfahren und noch keinen Unfall gesehen haben, während man nur einmal um den Kreisverkehr laufen muss, um mehrere gefährliche Situationen zu erkennen.

      Hmm, ich gucke kurz ins Archiv und finde direkt vier blöde Situationen, die ich beim Radeln durch den Klosterstern aufgenommen habe. Und das ist eine schlechte Quote, denn ich bin bislang bestimmt nicht einmal dreißig Mal durch den Kreisverkehr gefahren:



      Na gut, ich fahre ja auch „mitten auf der Straße“ und nicht auf dem Hochsicherheitsradweg. Kein Wunder, dass da so viel passiert, nä? Und während wir vor der Kirche standen und diskutierten, wurde nebenan am Kreisverkehr eine Fußgängerin am Fußgängerüberweg „übersehen“. Liegt aber auch bestimmt daran, dass sie auf dem Gehweg unterwegs war und nicht auf dem Hochsicherheitsradweg.

      Man sehe mir bitte um diese Uhrzeit den häufigen Wechsel zwischen Konjunktiv und Indikativ und Präsens und Präteritum und so weiter nach.
    • Wundert Dich die Brüllerei tatsächlich? Sachliche Diskussionen über solche Anliegen funktionieren doch schon unter guten Bekannten nur sehr selten. Diskussionen über rein sachliche Themen klappen ganz gut. Sobald aber jemand seinen persönlichen Bereich berührt sieht, ist es meist vorbei.
      Wie soll das denn dann auf so einer Versammlung klappen?
    • Man muss diesem LSBG ja lassen, dass sie sich echt Mühe geben, über den geplanten Umbau zu informieren. Leider enthalten aber alle Planungsvarianten eine mehr oder weniger strikte Separierung des Radverkehrs. Und das wundert dann auch nicht, wenn man dem "Informationen"-Link zu Radfahrstreifen und Schutzstreifen folgt. Da folgen nämlich ein paar echt steile Thesen:

      Radfahrstreifen und Schutzstreifen
      …bieten Komfort:
      Radfahrstreifen wie auch Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit, schnell voranzukommen.
      …bieten Sicherheit:
      Auf Radfahrstreifen und Schutzstreifen sind Fahrradfahrer für Autofahrer besser zu sehen, besonders an Kreuzungen und Zufahrten. Diese sind bei Radwegen der häufigste Unfallort. Gegenüber dem Mitfahren auf der Fahrbahn haben Radfahrstreifen und Schutzstreifen den Vorteil, dass Radfahrer an wartenden Autos (z. B. an Ampeln) bequem vorbei fahren können. Dies ist für die Verkehrssicherheit von Bedeutung, da sie so aus dem „Toten Winkel" der Autofahrer heraus in deren Blickfeld vorfahren können.
      …verhindern Konflikte:
      Radfahrstreifen und Schutzstreifen helfen, Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden, wie sie auf Radwegen oder bei erlaubter Nutzung des Gehweges vorkommen können.
      …sorgen für Ordnung:
      Radfahrstreifen und Schutzstreifen führen dazu, dass Radfahrer weniger häufig in der falschen Richtung, d. h. links der Fahrbahn fahren. Linksfahrende Radfahrer (Falschfahrer oder Geisterradler) sind überdurchschnittlich oft an Unfällen beteiligt, weil Autofahrer an Einmündungen nicht mit ihnen rechnen.
      Na gut. Der letzte Halbsatz enthält dann doch noch eine Menge Wahrheit darüber, wo das Problem in Wirklichkeit sitzt.
      Twitter: @Nbg_steigt_ab
    • Dank an Malte für diesen Bericht! Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Das war ja offenbar eine Ansammlung von irren Wutbürgern. Spätestens dann, wenn Fakten von den Wutbürgern nicht gehört werden wollen, weil sie nicht zu ihrer persönlichen Einstellung passen, muss man die Sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen hinterfragen.

      Wenn dann auch noch ein Politikdarsteller der neoliberalen Splittergruppe "FDP" schwadroniert, die Radwege würden von Autosteuern bezahlt, wähnt man sich endgültig im Irrenhaus. Es sollte wissen, dass der Autoverkehr in Deutschland jährlich mit 80 Mrd. Euro volkswirtschaftlich subventioniert wird! Es ist also umgekehrt: Steuerzahlende Radfahrer finanzieren die Blechschleudern mit.

      Zu der Verengung von zwei Fahrstreifen auf eine: Die zwei Fahrstreifen waren schon immer Pseudo-Fahrstreifen und sie existierten erst auf den letzten Metern des Eppendorfer Baums.



      Was sich auf diesen beiden Fahrstreifen regelmäßig beim Einbiegen in den Klosterstern abspielte, war haarsträubend! Ein ständiges Gedrängel, sinnloses Überholen und "Übersehen" von Radfahrern. Die Verengung auf einen Fahrstreifen war lange überfällig. Die autoverliebten Sturköpfe dieser Versammlung spiegeln auf traurige Weise wider, welcher erzkonservative Geist in den Köpfen vieler Hamburger spukt. Bloß nicht ein paar Meter zu Fuß gehen. PARKPLÄTZE sind wichtiger als alles andere - auch illegale. Der aaaaarme Einzelhandel - der scheinbar nicht weiß, dass der Umsatz in Fußgängerfreundlichen Gegenden höher ist, als in autoverseuchten. Radfahrer haben immer Schuld - an allem. Fakten sind Lügen.



      Mit was für Vollidioten muss ich eigentlich diesen Planten teilen!!!


      Hut ab Malte, dass Du diese Vorstellung so lange ertragen hast! ;(
      "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
      Peter Ustinov