Hamburg - Unfälle mit Radfahrern

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    • Michael schrieb:

      So, und warum ist dann das Unfallrisiko auf dem Radweg - wo ja jeder Autofahrer den Radler erwartet - so viel höher als auf der Straße? Musste mir mal erklären.

      Nein, da erwartet nicht jeder Autofahrer den Radler. Es gibt keinen Zauberstab.
      Mit zunehmenden Radverkehr erwarten Autofahrer zunehmend Radfahrer.

      Wie Radverkehr zunimmt, dazu Martin Randelhoff auf seinem preisgekrönten Blog Zukunft Mobolität in dem Artikel:
      Gute Radverkehrsplanung lässt den Radverkehr stark wachsen

      Ich rede mir sehr oft in Diskussionen über die Auswirkungen neu gebauter Verkehrsinfrastruktur den Mund fusselig.
      Es ist zum einen sehr schwer, ”normalen” Menschen den Komplex des induzierten Verkehrs zu erklären und zum anderen Verständnis für die Regel “erst das Angebot, dann die Nachfrage” zu wecken. Übersetzt für den Verkehrsbereich bedeutet dies, dass erst das Vorhandensein guter Infrastruktur die Nachfrage und somit die Nutzung nach sich zieht. Vor allem wenn man Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr fordert, beißt man allerdings oft auf Granit.


      Soweit der studierte Verkehrsexperte.

      Michael, laß uns die ollen Kamellen stecken lassen. Die alte VC-/Polizei- Propaganda aus dem letzten Jhdt, die schon immer einen, sagen wir starken Glauben erforderte, die ist doch wirklich von vorgerstern.
      Die Wahrheit ist auf'm Platz.
      Wie ich andernorts sagte, (ADFC-Hessen, Dr Fleischhauer) das sind Weisheiten und Konzepte von vor 20, 30 Jahren. Und auch damals schon so was von durchsichtig falsch und überholt, dass Radverkehrsexperten, also Leute, denen an der Organisierung von Radverkehr und nicht an der Durchsetzung von radsportlerischen Partikularinteressen gelegen war und ist, in die direkt andere Richtung gegangen sind.
      Dänemark. Niederlande.
      Seit Safety in Numbers ist die Idee Mischverkehr ad absurdum geführt. Überall mausetot.
      Nur in den Autoindustrie-Ländern Deutschland und USA nicht ...
      Wenn ich dir einen Tipp geben darf: Unfallrisiko für Radfahrer in Europa vergleichen, Staaten die auf getrennte Infrastruktur setzen vs Staaten mit Mischverkehr.
      Oder auch Deutschland: Siehe hier: Abbiegeunfälle Münster und andere Städte. Hier im Forum.
      Am besten allerdings: Thomas Krag.

      Da dreht sich der Untote Berliner Polizeipräsident nicht nur einmal im Grabe, der rotiert wie DMHH bei 50km/h. :)
      In velo veritas.
    • Vorstadt Strizzi schrieb:


      Nein, da erwartet nicht jeder Autofahrer den Radler. Es gibt keinen Zauberstab.
      Mit zunehmenden Radverkehr erwarten Autofahrer zunehmend Radfahrer.
      Wer was Anderes als die zwar gute, aber doch etwas eingestaubte "safety by numbers" Grafik sucht, wird fündig (Figure 12, p 508) bei:

      Pucher, John and Buehler, Ralph (2008). Making Cycling Irresistible: Lessons from The Netherlands, Denmark and Germany. Transport Reviews, 28:4, 495 — 528


      Gruß
      Christoph
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      "Preisgünstige Abdeckungen von Versorgungsleitungen sind mit den Zeichen 237, 240 oder 241 zu kenntlich zu machen."
      Aus den Apokryphen zu §41 STVO
    • Wobei ich die Statistik nach 1980 auch nicht für sonderlich aussagekräftig halte. Während seitdem die Anzahl der getöteten Radfahrer um etwa 80% zurückgegangen ist, ist die Radnutzung etwa konstant geblieben. Da erkenne ich nicht mal eine Korrelation, geschweige denn lässt sich daraus eine Kausalität ableiten.

      Die Zahlen vor 1980 sind natürlich beeindruckend, allerdings hat sich seitdem die Welt ja auch etwas geändert, so dass die Aussagekraft auch fraglich ist. Angestaubt sind sie auf jeden Fall auch.
    • rantanplan schrieb:

      Wobei ich die Statistik nach 1980 auch nicht für sonderlich aussagekräftig halte. Während seitdem die Anzahl der getöteten Radfahrer um etwa 80% zurückgegangen ist, ist die Radnutzung etwa konstant geblieben. Da erkenne ich nicht mal eine Korrelation, geschweige denn lässt sich daraus eine Kausalität ableiten.

      Ein schönes Beispiel, wie unterschiedlich ein und dieselben Daten gelesen werden.
      Für dich ist die im Schaubild dargestellte Radnutzung seit 1980 etwa gleich geblieben. Ich lese eine Verdoppelung bis Verdreifachung zwischen 1980 und 2005 heraus.
      Übrigens lässt sich aus Statistiken NIE eine "Kausalität ableiten". Sondern NUR eine - im Ausmaß mathematisch durch einen Koeffizienten darstellbare - mehr oder minder wahrscheinliche Korrelation (Wechselbeziehung) von Merkmalen.
      Eine Korrelation hat im Gegensatz zur Kausalität keine Richtung. Sie muss nicht einmal direkt sein, sondern kann durch andere, vielleicht gar nicht erfasste Merkmale verursacht sein. Oder auch Zufall sein.
      Zwischen Korrelation und Kausalität steht die jeweils gültige (und d.h. in der Wissenschaft immer die - noch - nicht widerlegte) Theorie.
      In diesem Falle wird aus der Korrelation deshalb eine Kausalität, weil der Datenverlauf genau dem entspricht, den die derzeit unumstritten gültige Theorie "Safety in Numbers" vorhersagt.
      In velo veritas.
    • Vorstadt Strizzi schrieb:

      rantanplan schrieb:

      Wobei ich die Statistik nach 1980 auch nicht für sonderlich aussagekräftig halte. Während seitdem die Anzahl der getöteten Radfahrer um etwa 80% zurückgegangen ist, ist die Radnutzung etwa konstant geblieben. Da erkenne ich nicht mal eine Korrelation, geschweige denn lässt sich daraus eine Kausalität ableiten.

      Ein schönes Beispiel, wie unterschiedlich ein und dieselben Daten gelesen werden.
      Für dich ist die im Schaubild dargestellte Radnutzung seit 1980 etwa gleich geblieben. Ich lese eine Verdoppelung bis Verdreifachung zwischen 1980 und 2005 heraus.


      Ich lese da 1980 ungefähr 700 Kilometer pro Einwohner und 2005 ungefähr 850. Das war das was ich mit "etwa gleich geblieben" meinte, da diese Steigerung im Verhältnis zu der Veränderung bei den getöteten Radfahrern sehr gering ist und außerdem hauptsächlich zwischen 1980 und 85 stattfindet.

      Vorstadt Strizzi schrieb:


      Übrigens lässt sich aus Statistiken NIE eine "Kausalität ableiten". Sondern NUR eine - im Ausmaß mathematisch durch einen Koeffizienten darstellbare - Korrelation (Wechselbeziehung).
      Zwischen Korrelation und Kausalität steht die jeweils gültige (und d.h. in der Wissenschaft immer die - noch - nicht widerlegte) Theorie.
      In diesem Falle wird aus der Korrelation deshalb eine Kausalität, weil der Datenverlauf genau dem entspricht, den die derzeit unumstritten gültige Theorie "Safety in Numbers" vorhersagt.


      Also wird die Statistik und die darin aufgefundene Korrelation (die ich hier nicht sehe) genutzt um mittels der Theorie eine Kausalität zu belegen. Das habe ich etwas vereinfacht als "Kausalität ableiten" beschrieben.
    • Vorstadt Strizzi schrieb:

      Ein schönes Beispiel, wie unterschiedlich ein und dieselben Daten gelesen werden.


      rantanplan schrieb:

      Ich lese da 1980 ungefähr 700 Kilometer pro Einwohner und 2005 ungefähr 850.

      Hast du natürlich recht. S.o.
      Dennoch: Mehr als 20% Anstieg finde ich nicht gleichgeblieben.

      Die gedachte Gerade zwischen den Schnittpunkten der beiden Kurven kann man sich als Symmetrieachse vorstellen.
      Die dann sichtbare sehr eindrückliche Korrelation von immerhin in natura erhobenen Daten ist selten und weist auf eine sehr hohe Korrelation hin.

      Aber auch hier gilt wie im Straßenverkehr: Man sieht nicht - wie eine Kamera - das was ist.
      Das Gehirn filtert, gern nach Interesse:
      Was man nicht erwartet (oder nicht will, das es da ist) das sieht man nicht.
      Was man erwartet (oder will, das es da ist) , das sieht man auch.
      In velo veritas.
    • Erwähnte ich schon, dass mich Euphemismen wie "Dabei übersah er offensichtlich das Kind" aufregen?
      "Da er offensichtlich ohne die im Straßenverkehr erforderliche Vorsicht und Rücksicht unterwegs war" wäre die passendere Formulierung und näher an §1 StVO.
      "Preisgünstige Abdeckungen von Versorgungsleitungen sind mit den Zeichen 237, 240 oder 241 zu kenntlich zu machen."
      Aus den Apokryphen zu §41 STVO
    • Gerhart schrieb:

      Radfahrer gegen 93jährigen Fußgänger: mobil.abendblatt.de/hamburg/ha…0|unknown&nbcol=0|unknown


      Mal gespannt, was da raus kommt. Das ist vor der Konditorei Lindtner, dort wo der schmale "Radweg" dauerhaft durch abgestellte Fahrräder zugeparkt ist und fast alle Radler den Gehweg benutzen - obwohl es nicht einmal einen "Radweg"-Zwang hat
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    • Forumteilnehmer schrieb:

      Gerhart schrieb:
      Radfahrer gegen 93jährigen Fußgänger: mobil.abendblatt.de/hamburg/ha…0|unknown&nbcol=0|unknown



      Mal gespannt, was da raus kommt. Das ist vor der Konditorei Lindtner, dort wo der schmale "Radweg" dauerhaft durch abgestellte Fahrräder zugeparkt ist und fast alle Radler den Gehweg benutzen - obwohl es nicht einmal einen "Radweg"-Zwang hat


      Ganz anders als vermutet geschah der Unfall auf der Fahrbahn, der Senior betrat die Fahrbahn ohne auf den Verkehr zu achten.
    • Physikalisch betrachtet hat er dann noch Glück gehabt, dass ihn nur ein Radfahrer erwischt hat und nicht bspw ein Omnibus!

      Ich erlebe das häufig, dass Fußgänger quasi nach Gehör loslaufen und entweder gar nicht oder kurz vor Fahrbahnmitte vielleicht mal schauen, ob da auch wer auf der Straße fährt. Ich frage mich da immer, ob ich mir wohl als Radfahrer eine Kuhglocke umhängen soll, damit ich bemerkt werde.
      Twitter: @Nbg_steigt_ab
    • wäre der bedauernswerte Herr von einem Kfz angefahren worden, lautete mein Vorwurf an den Lenker: nicht angepasste Geschwindigkeit.

      Bei einem Radfahrer mag ich da nicht unbedingt vor gleichem Urteil zurückschrecken...
      Ich würde es sogar noch verschärfend als: "bestimmt wieder mal quietscheng ganz weit rechts gefahren" formulieren wollen.

      hmm. :|