Hamburg - Unfälle mit Radfahrern

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    • Hi
      was in solchen Situationen helfen würde, ist nicht die Separation. Die angesprochenen hohen Kurvengeschwindigkeiten der Linksabbieger müssen verhindert werden. Dann ist auch Zeit, richtig zu sehen, ob man jemandem die Vorfahrt nimmt.
      Tun die Abbieger das nicht freiwillig, muss man sie mit geeigneten Maßnahmen dazu zwingen. Ob man da jetzt Hubbel aufpflastert, durch zu umfahrende Inseln die Kurvenfahrt erschwert oder sonstige bauliche oder organisatorische Maßnahmen trifft, hängt von der Einzelsituation ab.
      Auf jeden Fall sollte man aber erst den Verursacher der Gefährdung belasten, bevor man den Gefährdeten ranzieht.
      bye
      Explosiv
    • Nochmal langsam zum mitschreiben:

      Du bist also tatsächlich der Meinung, dass ein Radfahrer auf dem Hochbord (ggf. gerne auch hinter Bäumen, Büschen und geparkten Autos) genauso gut von motorisierten Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird, wie auf der Fahrbahn bzw. Radfahrstreifen? ?( ?( ?(
    • Die Aussage, Hamburger Hochbord wäre genauso sicher wie Mischverkehr, ist einfach nur dummes Zeug. Massenweise Konflikte an Bushaltestellen, fehlende Sichtbeziehungen, schlechte Fahrbahnqualität, kurvige Verkehrsführung. Das alles hast Du auf der Straße nicht. Vielleicht mal die Feldstraße fahren und mit dem Radweg vergleichen.

      Eine Aussage "Kopenhagener Radweg ist so sicher wie Mischverkehr, oder vielleicht auch Kopenhagener Radweg ist sicherer als Mischverkehr und sicherer als Hamburger Hochbord", die könnte vielleicht noch stimmen. Ich halte bekanntlich Mischverkehr auf einer Straße mit einem DTV von 40.000plus auch für eine bescheuerte Idee. Aber dann muss man Radwege komplett anders führen als heute, z.B. indem man eine Spur als (physisch separierten) Radweg anlegt.
    • Mal etwas Anderes: Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin aus dem Jahr 1995 müssen Radfahrende etwa ein Meter Sicherheitsabstand zu parkenden Autos einhalten, um sich nicht durch plötzlich geöffnete Türen in Gefahr zu bringen. So weit ja bekannt, siehe auch Thema Behringstraße auf "hamburgize".

      Ebenfalls bekannt ist es, dass Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr mit dem Rad auf dem Gehweg fahren müssen, bis zum 10. dürfen. Wie verhält es sich dann eigentlich mit Gehwegen, die so schmal sind, dass ein Abstand von einem Meter nicht möglich ist? Dürfen Kinder dann dort nicht Rad fahren oder hat die Behörde das Parken so zu regeln, dass mindestens , sagen wir, 1,50 Meter Breite zur Verfügung steht? Was wäre, wenn es kracht? Ich kenne eine ganze Reihe solcher Wege... Weiß jemand mehr?
      "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
      Peter Ustinov
    • DMHH schrieb:

      jaja, typischer Mischverkehrsunfall. Der Mercedes, der mit 60km/h den Fischmarkt runtergeschossen kommt und den mit Testosteron vollgepumpten Kampffahrbahnradler mitnimmt.


      Hmm. Wenn das Auto vom St Pauli Fischmarkt in die Große Elbstraße links abgebogen sein soll, kann der Wagen nur aus Richtung Elbtunnel / Landungsbrücken gekommen sein, nicht aus Richtung Breite Straße. Dann ging es nicht bergab, sondern eben. Der Radfahrer kam einen Berg herab, die meisten fahren dort auf dem Radweg. Der Fahrer des linksabbiegenden Wagens hat ggf. nur auf eine Lücke im Fahrbahnbereich der anderen Richtung geachtet, um abzubiegen . . . und dann die Radlerin vom Radweg kommend auf der Furt umgenietet. Übrigens wird aufgrund der Kreuzungsgeometrie nicht scharf links abgebogen, sondern beinahe geradeaus "abgebogen". Wer es eilig hat schneidet womöglich die Abbiegespur und ballert geradeaus durch . . . und vergisst die Aufmerksamkeit für den Radweg.
    • im Artikel des Abendblatt steht "Fischmarkt"
      Das wäre dann hier: google.de/maps/@53.545292,9.95…8am6iBf9I1HI3AriEKGuw!2e0
      die lustige kleine Bergab-Seitenstraße

      in der PM der PolizeiHH steht dann "St.Pauli Fischmarkt"
      Und das wäre dann die von dir beschriebene Stelle hier:
      google.de/maps/@53.545593,9.95…a0693XMsMnBy712RVf9qQ!2e0

      in beiden Fällen ist es vollkommen wumpe, wo der Radfahrer unterwegs ist - ob Fahrbahn oder Radweg oder Gehweg - es ist eben kein typischer mischverkehrsunfall.
    • UliB schrieb:

      Nochmal langsam zum mitschreiben:

      Du bist also tatsächlich der Meinung, dass ein Radfahrer auf dem Hochbord (ggf. gerne auch hinter Bäumen, Büschen und geparkten Autos) genauso gut von motorisierten Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird, wie auf der Fahrbahn bzw. Radfahrstreifen?

      Die Wahrnehmung hängt nur zu einem, oft kleinen, Teil von der Sichtbarkeit ab. Deshalb suchen wir Menschen oft Gegenstände, die sogar offen herumliegen.
      Die visuelle Wahrnehmung hängt zu einem großen Teil von der Seherwartung ab.

      Bezug auf Radverkehr: Wird der Radler dort (Fahrbahn/Radweg/ irgendwo) erwartet, genauer:
      a) mit welcher Wahrscheinlichkeit und
      b) im Falle des Übersehens mit welchem Schaden für mich (Gefahrenpotential)

      wird ein Radler dort erwartet?

      Je höher a und b, desto mehr lohnt sich das suchende Gucken und desto mehr wird deshalb geguckt.
      In velo veritas.
    • Es zeigt sich aber gerade, dass er in diesem Fall keine wirklichen Argumente hat sonder nur rumeiert.

      "Erwartung"? Erwartet wird ein Radfahrer nach meiner Erfahrung nirgends von niemandem! Abgesehen davon beschäftigen wir uns ja mit dem Status Quo und nicht mit irgendwelchen idealisierten Wunschvorstellungen. Und bei dem aktuellen Status kenne ich nicht wenige Ecken, wo der Kraftfahrer auch bei noch so gutem Willen keine Chance hat, den auf dem benutzungspflichtigen Radweg fahrenden Radfahrer wahrzunehmen bevor er den Abbiegevorgang einleitet.

      Da verweigert sich Strizzi einfach komplett der Realität.
    • Kampfradler schrieb:

      Respekt Michael! Dass Du immer noch Lust hast, mit "Vorstadt Strizzi" über dieses ausgelutschte Thema zu diskutieren... :S


      Das liegt auch nur daran, dass ich die These, dass gute (breite, mindestens 4m) Radverkehrsanlagen auf Hauptstraßen mit intelligenten Lösungen an Kreuzungen (z.B. Verbot von Linksabbiegen oder kreuzungsfreie Tunnellösungen) durchaus ein Element zur Radverkehrsförderung sein k ö n n e n, nicht völlig ablehne. Ich halte z.B. den Loop in Hamburg für einen guten Ansatz, auch wenn er wegen seiner inakzeptablen Beschilderung leider nicht perfekt ist, und auch sonst hätte ich mit breiten Radwegen auf Hauptverkehrsstraßen jedenfalls dann kein Problem, wenn diese im Sichtfeld geführt, in gutem baulichen Zustand und frei von Hindernissen errichtet und gepflegt, sowie von Fußgängern baulich getrennt wären.

      Man sollte die Meinung, dass Mischverkehr nicht immer das ideale ist, m.E. durchaus ernst nehmen. Ich sehe allerdings nicht, dass der ADFC ausschließlich Mischverkehr fordert, und bin außerdem nie ein Freund von unrealistischen (Maximal)Forderungen. Und in Hamburg sehe ich weder die Kompetenz der Behörden, den notwendigen Platz, die notwendige Akzeptanz anderer Verkehrsteilnehmer oder das erforderliche rechtliche (deutsche) Regelwerk, um Kopenhagener oder Holländer Lösungen zu bauen. Vielmehr brauchen wir eine auf Hamburg, bzw. Deutschland zugeschnittene Lösung, und da bin ich der Meinung, dass die deutschen Baurichtlinien und das Straßenverkehrsrecht eigentlich schon sehr viele sehr brauchbare Lösungen anbieten. Und aus dem Grunde finde ich Vorstadts Ansatz zwar als poltische Forderung an die Bundespolitik prüfungswert, ihr fehlt aber jegliche Relevanz für die Arbeit der Praktiker, denn die müssen sich nun Mal mit bestehenden Regelwerken auseinandersetzen.

      Michael
    • Baulich getrennt geht an Landstraßen super, da hat man den Platz und da hat man nicht alle 5m eine Einfahrt. In der Stadt sind diese beiden notwendigen Faktoren i.d.R. nicht vorhanden.

      Der einzig sinnvolle Aspekt an Strizzis getrennter Radverkehrsführung ist, dass eine gut ausgebaute Radverkehrsinfrastruktur zwar objektiv gesehen weniger sicher ist als Fahrbahnradeln, aber subjektiv sicherer ist und damit den Radverkehrsanteil erhöht, was durch "Safety in numbers" wieder zu mehr objektiver Sicherheit führt.
      Aber hier würde ich eher auf "Tempo 30" inkl. mehr Kontrollen (auch nachts!), großzügig dimensionierte Schutzstreifen und Ampelanlagen, die Rechtsabbiege-Unfälle verhindern, setzen.
      Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.