Neues aus Stade

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    • Ich lasse es mal drauf ankommen. Wenn ich damit auch zwischen der Polizei und der Verkehrsbehörde eine Diskussion über die Bedeutung des Zeichens 240 anstoße, ist es mir die 20,- EUR wert. Meiner Einschätzung nach stehen die meisten Blauschilder hier im Geiste von vor 1997: Radfahrer, behindere nicht "den Verkehr" und verziehe dich gefälligst auf den Radweg! Oder die Schilder stehen noch da, weil man vor 20 Jahren vergessen hat, sie abzuschrauben und sie seitdem bei Sturm noch nicht von alleine umgekippt sind.
    • Th(oma)s schrieb:

      Richterliches (=autofahrerisches...) Wunschdenken ohne Korrellat zum "Gesetz".
      Diese Aussage finde ich ziemlich hart.
      Selbstverständlich gibt es auch mal Fehlurteile. Das möchte ich im vorliegenden Fall überhaupt nicht ausschließen.
      Man sollte bei der Gewichtung bedenken, welche zwei Meinungen über die Auslegung der Gesetze sich hier gegenüberstehen:
      • Auf unserer Seite: normalerweise einige interessierte Laien
      • Auf der anderen Seite: Berufsrichter. Also studierter Jurist und einer Note im Bereich der oberen 15%.
      Ich für mich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich mit meinem Google-Wissen keine Richter widerlegen kann. Das bleibt anderen Richtern überlassen.
    • Epaminaidos schrieb:

      Ich für mich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich mit meinem Google-Wissen keine Richter widerlegen kann. Das bleibt anderen Richtern überlassen.
      Die StVO ist ein Verhaltens-Leitfaden für Laien. Wenn der Gesetzgeber möchte, dass ich als Laie nach einer unbeschilderten Einmündung nicht vom Radweg runterfahre, dann muss er mir das im Klartext bitte auch so ins Gesetz schreiben. Alles andere ist billiges Nachkarten aus dem juristischen Elfenbeinturm.
    • Kurzes Update. Heute war ich gleich zu zwei Terminen eingeladen. Am Vormittag gab es ein Treffen mit der Polizei, genau gesagt mit dem "Verkehrssicherheitsberater". Der Termin fand auf Anfrage eines älteren Mitbürgers statt und gestern wurde ich von der Polizei eingeladen, daran teilzunehmen. Anlass für den Herrn war, sich über die vielen Geisterradler zu beschweren und die Polizei zu verstärkten Kontrollen aufzufordern. Ich habe die Gelegenheit genutzt, auf die vielen linksseitig benutzungspflichtigen Radwege hinzuweisen. Meines Erachtens ist es schwer vermittelbar, warum das Radfahren auf der falschen Straßenseite auf manchen Straßen verboten und gefährlich ist, während es auf anderen Straßen aus "Sicherheitsgründen" sogar Pflicht ist. Diese Problematik war der Polizei bislang wohl so auch noch gar nicht bewusst und natürlich erfolgten Kontrollen bislang nur da, wo man links nicht fahren darf (zum Glück nicht dort, wo man links fahren muss). Ich möchte das Geisterradeln damit nicht entschuldigen, sondern ich erhoffe mir seitens der Polizei Unterstützung, die bestehenden Regelungen für linksseitige benutzungspflichtige Wege so schnell wie möglich aufzuheben.

      Dann konnte ich die Gelegenheit noch nutzen, mit einem anderen Polizeibeamten Anfang des kommenden Jahres ein weiteres Treffen zum Thema Radfahrunfälle zu vereinbaren. In der Unfallstatistik von 2016 zeigte sich gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Zunahme der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung. Die Unfälle mit Pedelecs haben sich von 3 im Jahr 2015 auf 16 in 2016 mehr als verfünffacht, was mich angesichts der maroden Infrastruktur nicht sonderlich wundert. Wer hier schneller als 20km/h auf Radwegen fährt, muss das Fahrrad schon gut beherrschen. Das ist nichts für Oma Ilse, die auf einmal mit eingebautem Rückenwind unterwegs ist.

      Heute Abend hatte ich dann eine Einladung vom Stadtbaurat. Diese hatte sich als Folge meines Vortrages beim Stadtrat auf Initiative der Fraktionsvorsitzenden der CDU und der Grünen ergeben. Dabei war noch der Leiter des Tiefbauamtes und zwei weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung, alle selbst aktive Radfahrer. Auch dieses Treffen fand in sehr konstruktiver Atmosphäre statt. Laut Aussage der Verwaltung wundert man sich gerade über die Initiativen der Politik zum Thema Radverkehr. Der Bedarf, etwas zu verändern war den Herren allen bewusst, aber bislang fehlte es wohl am notwendigen Geld, bzw. der Bereitschaft des Stadtrates, die erforderlichen Mittel zu bewilligen.

      Über ein Thema haben wir relativ lange gesprochen und sind zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Die meisten benutzungspflichtigen Wege sind hier mit [Zeichen 240] beschildert. Wenn man diese Schilder entfernt, bleibt ein Gehweg übrig. Die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht wird an vielen Stellen somit zu einem Fahrbahnbenutzungszwang, oder man behilft sich mit [Zeichen 239] [Zusatzzeichen 1022-10] . Diese Kombination sehe ich aber als Radfahrer sehr skeptisch, weil es dazu führen wird, dass der größte Teil der Radfahrer weiterhin im Seitenraum fahren wird und Autofahrer das weiterhin von allen Radfahrern erwarten werden. An einigen Straßen bin ich aber selbst ehrlich gesagt ganz froh, dass es den separaten Weg gibt, weil ich sonst auf der Fahrbahn mit den Autos zusammen im Stau stehen würde. Ein Weg, den ich nur noch mit Schrittgeschwindigkeit befahren dürfte, würde mir dann auch nicht weiterhelfen. Es gibt hier keine Straßen, wo man eine Fahrspur für den Radverkehr "opfern" könnte, weil es auf allen Hauptstraßen nur eine Fahrspur je Richtung gibt. Bei Fahrbahnbreiten zwischen 5,50 und 7,50 m lassen sich Lösungen mit Schutzstreifen ebenfalls gar nicht oder nur in einer Fahrtrichtung mit Mindestmaßen umsetzen. Die Akzeptanz eines Gelegenheitsradlers, der bislang immer noch glaubte, auf jeden Fall immer und überall auf dem Radweg fahren zu müssen, so etwas zu nutzen, dürfte gegen Null tendieren. Allerdings hat man dieses Problem lediglich auf einigen wenigen Hauptstraßen und die Liste völlig unnötiger Benutzungspflichten, die man aus meiner Sicht sofort aufheben könnte, ist lang.

      Auch in dieser Runde soll es im kommenden Jahr ein weiteres Treffen geben, zu dem dann auch der Leiter der Verkehrsabteilung hinzugezogen werden soll, mit dem ich mich schon mal im September alleine getroffen hatte. Wir waren uns darin einig, dass man sowohl den Radfahrern als auch den Autofahrern schrittweise beibringen muss, dass Radfahrer auf der Fahrbahn fahren sollen. Wenn man neue Regelungen gleich an einer viel befahrenen Straße umsetzt, erntet man vermutlich sofort einen riesigen Shitstorm in den Leserbriefspalten der örtlichen Tageszeitung und dann geht der Schuss nach hinten los. Was man hier 20 Jahre lang versäumt hat, kann man nicht von jetzt auf gleich aus dem Weg schaffen. Daher freue ich mich, dass auch auf dieser Seite die Bereitschaft besteht, das Thema anzugehen.

      Hoffen wir mal, dass die aktuell positive Stimmung, etwas zu verbessern, anhält.
    • [Zeichen 240] bedeutet wohl, dass man zuwenig Platz für [Zeichen 241-30] hatte.
      Trotzdem denke ich, dass das [Zeichen 240] weg muss. Für die Sicherheit der Fußgänger. Radfahrer müssen sich dann halt eine Parallelstrecke suchen oder mit Schritttempo fahren oder sich in den KFZ-Stau stellen.
      Vielleicht wird dann die Straße mal umgebaut, um den Radverkehr zu fördern. Oder es wird parallel ein Radweg durch's Grüne gebaut.
      Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.
    • Ja, genau. Selbst der Weg mit [Zeichen 240] ist ja zu schmal, so dass für [Zeichen 241-30] erst recht kein Platz bleibt. Im letzteren Fall würde ja auch für unsichere (meistens auch langsame) Radfahrer ein nicht benutzungspflichtiger Radweg übrig bleiben, wenn das Blauschild abgeschraubt würde.
      Das Problem z.B. in der Harburger Straße kann man in Beitrag 15 sehen. Da gibt es zwischen den Grundstücken den Weg, der etwas zu schmal ist, der aber an den Bäumen zusätzlich eingeengt ist. Hier muss man bei der Begegnung mit Fußgängern ohnehin schon sehr langsam fahren, wobei das Fußgängeraufkommen gering ist. Oftmals begegne ich dort keinem einzigen Fußgänger. Man muss an den Grundstückausfahrten trotzdem gut aufpassen, da die Strecke leicht abschüssig ist und man ohne große Anstrengung auf über 25km/h kommt.

      Um den Weg breiter zu machen, müssten die alten Bäume weg oder man müsste von den Grundstücken was wegnehmen. Beides halte ich -wie schon geschrieben- nicht für durchsetzbar. Und auch die Lösung mit Schutzstreifen und Neuaufteilung der Fahrbahn wäre eher eine Minimallösung, die bei den meisten Radfahrern vermutlich nur auf wenig Akzeptanz stoßen würde.

      Eine Alternativroute ist an der Stelle auch schwierig umzusetzen, weil diese Straße quasi die einzige ist, über die man eine Bahnlinie queren kann, siehe hier: google.de/maps/@53.5863195,9.4949465,1302m/data=!3m1!1e3 Die Abt-Albert-Straße, der Benedixweg und die Vorwerkstraße weisen ein sehr grobes Kopfsteinpflaster auf, auf dem man mit dem Fahrrad nicht wirklich fahren kann. Bliebe noch die Strecke zwischen der Eisenbahnlinie HH-CUX und der Buxtehuder Straße bei den Schrebergärten, die aber völlig unbeleuchtet und zur Hälfte nicht befestigt ist. Das hilft aber auch nur, wenn man schon vom großen Kreisverkehr am Autobahnende her kommt und würde für die Anwohner in dem Dreieck zwischen der B73 und den beiden Eisenbahnlinien einen großen Umweg bedeuten.
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      Dass es hier an Ampelkreuzungen und Überwegen keine Aufstellflächen für Radfahrer gibt und Fußgänger lieber über die Radfahr-Furt gehen als über die Fußgängerfurt, war mir ja bekannt. Aber heute hat es mich zum ersten Mal gestört, weil ich mit 2 anderen Radfahrern an der Ampel stand und dabei einen vierten Radfahrer beim Durchfahren behinderte: Am 07. Dezember 2017 bei 5°C und angesagten Windböen bis 7bft! Zwar trocken und kein Frost, aber auch nicht gerade die typischen Bedingungen für Schönwetter-Radler. Es gibt also auch hier immer mehr Leute, die ihre täglichen Wege noch im Winter mit dem Rad erledigen. Am Arbeitsplatz stehen heute wieder 15 Fahrräder.
      Bis man hier mal im Radfahrer-Stau steht, wird es zwar noch eine Weile dauern, aber die Sache wird :)
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      Quizfrage: Wo soll man hier als Radfahrer fahren?
      A) Auf dem linksseitigen gemeinsamen Geh- und Radweg, der in dieser Fahrtrichtung durch ein [Zeichen 240] als benutzungspflichtig gekennzeichnet ist (in der Gegenrichtung übrigens nicht). Also auf der linken (falschen) Straßenseite, wo es eine Betriebsausfahrt einer Spedition, die gezeigte Kreuzung mit fehlender Furtmarkierung, die Ein- und Ausfahrt eines Baustoffhandels (ebenfalls ohne Markierungen), sowie am Ende einen an zwei Einmündungen extrem schlecht einsehbaren Kreisverkehr gibt, den man auf dem Radweg entgegen der Fahrtrichtung des Fahrbahnverkehrs befährt. Der Weg hat eine Breite von bestenfalls 2,00m, wenn man ihn mal von Laub und Grasbewuchs befreien würde, aber das sieht man gerade nicht, weil das passend zur vorweihnachtlichen Stimmung mit Schnee bedeckt ist. Auch die Tiefe der Schlaglöcher lässt sich aufgrund des Wasserstandes in den Pfützen nicht mehr so recht abschätzen.
      B) Auf der glatten und von Schnee und Eis befreiten Fahrbahn mit geringem Verkehrsaufkommen, wo es in Blickrichtung rechts nur eine einzige, gut einsehbare Kreuzung gibt, an der fast nie ein Fahrzeug einbiegt, weil die Straße nur zu einem einzigen Grundstück führt.

      Wie man an den Spuren sieht, entscheiden sich doch tatsächlich einige Radfahrer für die Variante A

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      „Auf der glatten und von Schnee und Eis befreiten Fahrbahn“ ist etwas unglücklich formuliert ;)

      I. ü. ist das kein Schnee.
      Das ist Hirn, welches „der Herr“ vom Himmel schmiss. Dummerweise wissen das die wenigsten und so agieren sie dann auch. Schippen das Zeug weg, latschen oder fahren gar drüber, statt ihre geistige Kapazitäten damit zu erweitern. Schade, schade...

      Bei Eis oder Schnee ist selbst meine Tochter mit ihren damals 4 oder 5 Jahren auf dem täglichen Weg zur Kita mit mir auf der Fahrbahn gefahren, wenn die Fußwege nicht ausreichend geräumt waren. Alles andere ist einfach nicht zu verantworten.