Woche 42 vom 16. Oktober bis 22. Oktober

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    • cubernaut schrieb:

      @Gerhart Zur Abendshow: Ich teile deine Einschätzung mit einer Ausnahme: Das ist ein alter Porsche 924, der kostet im Vergleich zu einem heutigen Durchschnittswagen kaum noch etwas.

      Ich fürchte zudem, dass die Erscheinung und ihr Auftreten eher beim Zuschauer gepunktet haben als die ihres Gesprächspartners - was schade ist, denn ich stimme mit seiner Beurteilung der Lage überein.
      Ich habe mir nicht die ganze Geschichte angeschaut, denn im Straßeninterview fand ich ihre Stimme so furchtbar, dass ich mir diese akustische Folter nicht länger antun wollte.
    • KleverRadfahrer schrieb:

      Das eine Behörde verhindern muss, dass eine Brücke überlastet wird kann ich ja verstehen. Die bleiben auf der sicheren Seite. Aber interessant, wie sehr die darum kämpfen den Kraftverkehr da drüber nicht beschränken zu müssen. Eine Spur zu und gut wäre. Aber erst mal versuchen ob man nicht Fussgänger/Radfahrer beschränken oder Geld raus werfen kann.
      Mir geht es ehrlich gesagt genau anders herum: Ich verstehe überhaupt nicht, wo da der "reale Irrsinn" sein soll.
      Es gibt offensichtlich irgendwo eine Rechenvorschrift, wie man die benötigte Tragkraft der Brücke berechnet. Da gehen anscheinend sowohl die Anzahl der Autospuren als auch die Fläche für Fußgänger und Radfahrer ein.
      Nun ergibt ein Gutachten, dass die tatsächliche Tragkraft unter der benötigten liegt. Also schauen sich die Verantwortlichen an, wie man die benötigte Tragkraft senken kann.
      Da muss man natürlich auch die Auswirkungen bedenken:
      - Dauerstau wegen einer gesperrten Fahrspur
      - oder etwas weniger Komfort für Fußgänger und Radfahrer.

      Ich finde es nur logisch, die zweite Variante zu nehmen.

      Vollkommen unabhängig davon ist die Peinlichkeit, dass überhaupt Maßnahmen nötig sind. Aber das ist eine andere Geschichte.
    • Epaminaidos schrieb:

      Vollkommen unabhängig davon ist die Peinlichkeit...
      Und auch vollkommen unabhängig von der Sinnlosigkeit der Maßnahme weil sie ganz offensichtlich nur theoretisch-mathematischer Natur ist? Darüber, dass die Brücke durch die Maßnahme in der Praxis mehr be- als entlastet wird, müssen wir uns sicher nicht unterhalten. Schließlich wiegen die Gitter und die Betonfüße ein Vielfaches der Fußgänger und Radfahrer, die da üblicherweise im Maximum gleichzeitig auf der Brücke sind.

      Ich höre da lediglich den Amtsschimmel ganz laut wiehern. "Nach sorgfältiger Abwägung...", ich lach mich schlapp.
    • Cool. Ich hab versucht mich nicht allzu sehr aufzuregen, allein es gelingt nicht.

      Ich war letzte Woche auf einem länglichen Kongress, auf dem die Brückenbauer ausführlich über die Probleme der beiden Rheinbrücken berichtet haben. Vielleicht kann ich ein paar Faktoren einwerfen, die sowohl die Presse als auch hier völlig ignoriert werden.

      Teil 1: Geplant wurde die Brücke (vermutlich) zu einer Zeit, als die Bemessung für die Maximalbelastung einer Brücke bei einer 24t Dampfwalze lag. Das war nach dem Krieg so. Dort wurden alle Rheinbrücken gebaut, weil die in D alle kaputt waren. In anderen Ländern verschiebt sich der Brückenbau leicht, bei uns wurden alle gleichzeitig neu gebaut. Die derzeit aktuelle Belastungsauslegung geht von einem 90t LKW parallel neben einem 30t LKW aus, weil Straßen jetzt anders belastet werden. Nur so, zur allgemeinen Darstellung der Belastungsänderung.

      Teil 2: Die Brücken reißen gerade unter der Dauerbelastung. Alle. Metalle altern unter Wechselbeanspruchung und gehen dann kaputt. Da kann man zunächst wenig machen. Reparieren geht, die Wartungs- und Inspektionsintervalle sind bei allen Brücken inzwischen deutlich kürzer. Aber: Wenn dort ein unter hoher Biegewechselbeanspruchung stehendes Stahlblech reißt, dann fliegen die Teile nicht nach oben weg und durchschlagen den Asphalt. Dann ist auch nicht sofort damit zu rechnen, dass die Brücke zusammen stürzt. Wenn aber zeitgleich ein Fußgänger oder Radler unter der Brücke von einem mit hoher Geschwindigkeit davon fliegenden Stahlblech erschlagen wird, wäre das unerwünscht.

      Deswegen: Sperrung für ungepanzerte Verkehrsteilnehmer auf der Unterseite dient deren Schutz - nicht zunächst der reduzierten Brückenbelastung. Sperrungen der Brücken für LKW größer x Tonnen werden eingeführt, wenn notwendig (siehe: Rheinbrücken). Ist ein super Thema um sich über die Inkompetenz aller Beteiligten auf zu regen. Schade nur, dass im wirklichen Leben die betroffenen Experten mehr Verständnis zeigen als der typische Bushaltestellensitzer.
    • Die Tragik ist eher, dass die Lebensdauer überschritten ist. Die derzeitigen Notmaßnahmen sagen: Wir können die Brücken ohne Zusammensturz noch 1 bis 3 Jahre am Leben erhalten. In der Zeit muss ein Neubau hin.

      Weil die Bahn so was gerne wegläßt - und die größeren Nord-Süd-Verbindungen untergräbt - hängt dann der gesamteuropäische Verkehr in der Luft. Das so eine neu-Brücke ein klein bisserl Geld kostet ist dann schon klar. Geht halt auch nciht von heute auf morgen.

      Und .. err.. ja. Genau. Damit in einem Bereich, in dem Brückenstücke umherfliegen keiner stirbt darf den niemand betreten. So ist das in Gefahrenbereichen.
    • Das verstehe ich nicht. Die Brücke ist doch nicht gesperrt für Radfahrer und Fußgänger. Und in dem Bereich, den sie benutzen dürfen, werden sie nicht potenziell erschlagen? Das lässt sich so genau berechnen?
      Und warum sagt das keiner der interviewten Experten? Oder sind die diesbezüglichen Antworten nicht gesendet worden? Dann müsste man extra3 tatsächlich unterstellen, um des satirischen Effektes willen Tatsachen zu verdrehen (was ich nicht ausschließen will).
      Und wenn das tatsächlich der Grund der Teilabsperrung wäre, warum denkt man nun über ein Zählsystem nach? Damit nur eine klar definierte Anzahl potenziell erschlagen wird?
      Tut mir leid: Entweder sehe ich den Wald usw. nicht oder hier hakt es logisch an allen Ecken und Enden.
      „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ (Reichsverkehrsministerium, 1934)
    • cubernaut schrieb:

      Dann müsste man extra3 tatsächlich unterstellen, um des satirischen Effektes willen Tatsachen zu verdrehen
      Extra3 führt vor, wo die Prioritäten gesetzt werden: Damit der Verkehr weiterhin uneingeschränkt fließen kann, müssen die scheiß Fußgänger und Radfahrer eingeschränkt werden.
      Die Tatsachen werden ja durchaus genannt: Sollte die Brücke unten komplett mit Fußgängern voll sein, könnte die Statik nicht mehr reichen.

      Aber was passiert eigentlich, wenn sich oben auf allen Spuren Schwerlastverkehr staut? Würde oben nicht erheblich mehr Gewicht zusammenkommen als durch Fußgänger unten?
      Sagen wir mal'n LKW wiegt 40 Tonnen und hat 40m² Fläche. Also pro m² eine Tonne. Kriegt man auf einen m² auch eine Tonne Fußgänger? Ich denke man kriegt dort vielleicht 500kg Fußgänger unter, und das wird schon eng.
      Oben hast du 3 Spuren pro Richtung, unten vielleicht 1,5 pro Richtung. Das heißt das Gesamtgewicht kann oben im Extremfall das 4-fache von dem unten betragen.

      Nbgradler schrieb:

      Wenn aber zeitgleich ein Fußgänger oder Radler unter der Brücke von einem mit hoher Geschwindigkeit davon fliegenden Stahlblech erschlagen wird, wäre das unerwünscht.

      Deswegen: Sperrung für ungepanzerte Verkehrsteilnehmer auf der Unterseite dient deren Schutz - nicht zunächst der reduzierten Brückenbelastung.
      Und warum wollen die jetzt zählen, wie viele Personen sich unten aufhalten? Das passt nicht mit deiner These zusammen.
      Wenn, dann müsste man unten komplett dichtmachen und das auch so begründen.

      Ich gehe davon aus, dass jemand festgestellt hat: "Scheiße, wir haben ein Problem: Laut den Formeln ist unsere Brücke einsturzgefährdet. Wir MÜSSEN handeln!". Und dann hat man sich zusammengesetzt und überlegt, was man tun könnte, damit die Formeln wieder passen. "Oben zwei Spuren absperren? Dann kriegen wir Rückstau. Der Verkehr muss fließen!!". Also weiterüberlegt, was man sonst tun kann. Und dann ist wem anderes aufgefallen, dass es auch ausreicht, wenn man unten Platz wegnimmt. Die werden genau wissen, dass das kompletter Schwachsinn ist. Aber die Formel spuckt dann wieder das richtige Ergebnis aus.
      Den Vorschriften wurde Genüge getan, der Verkehr kann fließen. Problem gelöst.

      Dasselbe sieht man in Hamburg an der Kieler Straße oder an der Umgehungsbahn oder der Hammer Straße. Hauptsache der Verkehr fließt. Radverkehr muss sich hinten anstellen.

      Die Fahrradstraßen in Hamburg werden an der Alster gebaut, dort wo reiche Menschen wohnen. Die Straßen werden kostenfrei saniert, lärmender KFZ-Verkehr wird verdrängt. Offiziell wird was für die Radfahrer getan, aber ich behaupte, das sind Geschenke an die Anlieger dort.
      Solange Dummheit als plausible Erklärung ausreicht, sollte man keinen Vorsatz annehmen.
    • Auch wenn es irgendwelche Formeln geben sollte, die eine solche Einschränkung des Leichtverkehrs als ausreichend erscheinen lassen, wenn die Schäden doch durch den KFZ-Verkehr verursacht werden, ist und bleibt das Schwachsinn. Und Extra3 hat da nix verdreht, weggelassen oder aufgebläht.

      Egal, wie man es dreht und wendet: die tatsächliche Belastung durch Fußgänger und Radfahrer ist völlig vernachlässigbar gegenüber der Belastung durch den KFZ-Verkehr. Wenn also jetzt oder vor kurzem festgestellt wurde, dass bereits Brückenschäden vorliegen, so stammen diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht vom Leichtverkehr. Und eine Beschränkung des Leichtverkehrs ist mit Sicherheit nicht geeignet, weitere Brückenschäden zu vermeiden.

      Ginge es nur um eine geringfügige Überschreitung irgendwelcher Ergebnisse aus einer Belastungsformel, könnten noch gar keine Brückenschäden aufgetreten sein, da der Sicherheitsfaktor, mit dem man Bauwerke berechnet, bei mindestens 1,5 liegt.

      Ist der Ursprung der Maßnahme also die Beobachtung, dass bereits Brückenschäden vorliegen, ist die Maßnahme, den Leichtverkehr auf der unteren Ebene zu beschränken, nicht zielführend. Eine Beschränkung des Schadenverursachers, also des KFZ-Verkehrs auf der oberen Ebene, ist angesagt. Die Bitte an die Führer von LKW, 50m Abstand untereinander einzuhalten und sich nicht gegenseitig zu überholen, ist genau das: eine Bitte. Im täglichen Geschehen wird sie wohl selten beachtet, falls sie überhaupt wahrgenommen wird.

      Ist der Ursprung der Maßnahme allerdings kein bereits erfolgter Brückenschaden, sondern die Umstellung der Berechnung der Standsicherheit von Verkehrsbauwerken auf die sogenannten Eurocodes, kann die Maßnahme immer noch hirnrissig, aber doch zielführend sein. Denn hier ist das Ziel tatsächlich nur die Einhaltung der rechnerischen Standsicherheit bei möglichst wenig Eingriff in das Verkehrsgeschehen.
      bye
      Explosiv
    • Explosiv schrieb:

      Die Bitte an die Führer von LKW, 50m Abstand untereinander einzuhalten und sich nicht gegenseitig zu überholen, ist genau das: eine Bitte. Im täglichen Geschehen wird sie wohl selten beachtet, falls sie überhaupt wahrgenommen wird.
      Richtig, solange das nicht überwacht und Bußgeld verhängt wird, wird es keine Verhaltensänderung der LKW-Fahrer geben.
      Missachtung Z. 273 ( Mindestabstand) ist noch billig: 25 €
      Die anderen möglichen Strafen regen schon eher zum Nachdenken an:
      Abstand < 50m bei > 50 Km/h : 80 € 1 Punkt
      LKW-Überholverbot missachtet : 70 € 1 Punkt
    • geisterradler schrieb:

      In Salzburg hat die Polizei jetzt ein Messgerät am Fahrradlenker um Engüberholer messen zu können:
      salzburg.orf.at/news/stories/2873544/
      Das scheint Dieses Gerät zu sein. Ich glaube, dass ich den Artikel von arstechnica aus dem Jahr 2015 zu dem Gerät schon einmal verlinkt hatte. Damals gab es nur ein einziges, anscheinend sind sie jetzt in (Klein-)Serie gegangen. Schön zu wissen, dass es anscheinend den entsprechenden Bedarf gibt. Beide Seiten haben übrigens noch ein paar technische Details über den Aufbau.
    • Gerhart schrieb:


      Die Fahrradstraßen in Hamburg werden an der Alster gebaut, dort wo reiche Menschen wohnen. Die Straßen werden kostenfrei saniert, lärmender KFZ-Verkehr wird verdrängt. Offiziell wird was für die Radfahrer getan, aber ich behaupte, das sind Geschenke an die Anlieger dort.
      Der Bezirk Mitte baut den Horner Weg im Rahmen der Veloroute 8 zur Fahrradstraße um, da wohnen nun sicher keine "Reichen".