Hamburg: Kreuzung Ratsmühlendamm / Maienweg

  • Heute Morgen in Ohlsdorf!

    Ein wenig können einem die Autofahrer in Hamburg zur Zeit leid tun.

    Da wird der Kreuzungsbereich neu gestaltet und schwupss muss man über die Fahrradspur zum Rechtsabbiegen.

    Aber das entbindet ja nicht von der Notwendigkeit im öffentlichen Raum ab und zu die Augen zu öffnen.

    Na ja, er hat mich zwar nicht gesehen aber dafür gehört...


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  • Moin Malte

    da geht es vom Ratsmühlendamm über den Maienweg von Fuhlsbüttel nach Ohlsdorf.

    Das Beste ist der Schwenk vom alten Radweg auf die Strasse. Ich bekomme nur gerade kein Foto auf tumblr.

    Die Kreuzung würde sich auch für ein kleines Treffen ( Ich mag das Wort Stammtisch nicht) und eine Tour an der Alster anbieten:

    Der Siemersplatz in HH Lokstedt hat ähnliche Abbiegespuren und ist in der Gesamtheit nur mit dem Hubschrauber zu verstehen.


    Schöne Grüße

    Sven

  • das hat der ADFC auch schon eine Stellungnahme zu geschrieben.

    An der Kreuzung hört für mich der Spaß übrigens auf. Als ich das erste Mal drüber gefahren bin, hab ich schallend gelacht und erstmal das Smartphone für Fotos rausgeholt.

    Wenn du aus Richtung Fuhle kommst und direkt links in den Maienweg abbiegen willst:
    ätsch, geht nicht. Radweg mit Z.237 und verdammt früh durchgezogene Linie, keine Abfahrt, nix. Entweder schon in der Fuhle auf der Fahrbahn bleiben und einordnen ... oder indirekt abbiegen und 3x warten.

    Wenn du aus Richtung Fuhle kommst und geradeaus in den Erdkampsweg willst, wirst du auf der Radfahrspur fahrend zwingend!!!!! und kompromisslos ohne jeder Chance auf einen Radweg ohne Benutzungspflicht geleitet. wtf?!

    und wenn du die andere Richtung fährst, aus Richtung Norden den Erdkampsweg bergab, das ist noch viel schöner. Der Erdkampsweg ab Langenhorner hat keinen benutzungspflichtigen Radweg. Aber just südl. der Kreuzung Hummelsbüttler beginnt einer. Der aber nicht zumutbar ist.

    die Abbieger-Variante wie im Bild zu sehen, finde ich per se nicht schlecht. Hamburger Straße/Adolph-Schönfelder und Fuhle/Drosselstr. gibts sowas auch. funktioniert 'eigentlich' ganz gut. Klar, alles was nach 'eigentlich' kommt, ist gelogen... aber sei's drum.

    viel schlimmer find ich nach der Kreuzung Richtung Fuhle dann die Verschwenkung vor dem WienerWald. Und dahinter geht das Elend ja erst Richtig los. Stichwort: 60cmBreiteRadwege...

    Ich fahre über diese Kreuzung, egal in welche Richtung, nur noch auf der Fahrbahn. Wenn der Rennleitung das nicht passt, bin ich gerne bereit, die 15,- Verwarngeld bis vors Gericht zu bringen. :)
    Das Angebot, die Polizei zu rufen und Anzeige wegen "Nichtbenutzung eines benutzungspflichtigen Radweges" zu stellen, mache ich übrigens ganz ganz vielen Autofahrern. Wollte nur noch nie einer annehmen. ^^

  • achja, just to know:
    an der Kreuzung hatten sich innerhalb von 10 Tagen(?) 8 teilweise schwere Unfälle ereignet. Die Abbieger aus Richtung Fuhle nach links in den Maienweg haben den Gegenverkehr nicht beachtet. Konsequenz: die Ampelschaltung wurde geändert. Linkabbieger haben jetzt eine eigene Phase.

    Versuch das mal einer für Radfahrer und Fußgänger durchzusetzen. Gab ja schon mehrere Ansätze, an Kreuzungen ein "gesamtrot" einzuführen, so dass Fußgänger (und Radfahrer?) in alle Richtungen über die Kreuzung können. Vorbild ist hier wohl Japan, afair.
    Der gesamte motorisierte Verkehr steht und jeder kann über die KReuzung wuseln. find ich geil. würd ich auch als bekennender "Schnellfahrer" radikal mein Tempo auf 10km/h reduzieren.

  • Ich habe diesem Thema mal einen eigenen Thread verschafft, das wird ja ganz interessant.

    DMHH: Dir muss ich da ja nichts mehr erzählen aber hier was für die Anderen:

    Wie zur Hölle kann man denn bitte so etwas planen und bauen? Das muss doch früher oder später schwere Unfälle produzieren. Da wechselt man also den Fahrstreifen und kriegt überhaupt gar nicht mit, dass eventuell ein Radling in die Quere kommen könnte, weil der dank der Verschwenkung wie aus dem Nichts apperiert? Gibt’s da außer der lustigen Blumenkübel eventuell noch mehr, was die Sichtverhältnisse unterbinden könnte?

  • die Verschwenkung da beruht auf der Tatsache, dass der alte Radweg dort vor dem Umbau unverschwenkt entlang führte :D

    Mit dem Umbau hat man den Entschluss gefasst, die Radfahrer zwischen der Abbieger- und der Geradeausspur auf die Fahrbahn zu führen.
    Damit das aber klappt, musste man den Radweg eben "nach links" rüber führen. Da wird dann eine Verschwenkung draus.

    Da ich manchmal ein wenig mitbekomme, wie LSBG Baumaßnahmen plant, vermute(!) ich, dass das Plangebiet sehr eng gefasst wurde.
    Hier hätte man den Radweg zwischen der Kreuzung Erdkampsweg/Hummelsbüttler und der Alsterbrücke anfassen, komplett neu planen und bauen müssen.
    Im Norden hat man das einfach nicht gemacht. Da wurde der bestehende Radweg so weit wie möglich belassen. Vermutlich, weil die Plangrenze für die Umbauaktion hier gezogen wurde:

    südlich der eingezeichneten Linie ist alles beim Alten. nördlich davon wurde Asphaltiert und neu gepflastert.
    Mit dem hier angesprochenen Ergebnis: man hat eine Verschwenkung zur Fahrbahn hingebaut, wo man eigentlich schon viel weiter "oben" den Radweg parallel an die Fahrbahn heranführen müsste.
    Richtig wäre hier nämlich der Rückbau des "Radweges" und Umwandlung in einen breiten Radfahrstreifen gewesen. Der würde dann komplett die ganze Bergabstrecke Richtung Kreuzung parallel zum Autoverkehr ohne Verschwenkung geführt werden.

    Aber so: Geld gespart für "sieht gut aus, passiert schon nichts" :)


    edit: typo

    edit2: wenn ich mir meine Beiträge so durchlese, befürchte ich, dass ich am "Stoiber-Syndrom" leide. Hat nix mit Geiselnahme zu tun, eher mit der Tatsache, dass in meinem Kopf ganz ganz viele Argumente rumschwirren, ich die aber so schnell gar nicht tippen kann, wie sie mir in der richtigen Reihenfolge und logisch aufeinandere aufbauend einfallen. Ich hoffe ja immer, dass der Leser dann die logisch nötigen Zwischenschritte selbst macht und Argumentationslücken eigenständig füllt... :whistling:

  • Das ist ja eigentlich ein ziemliches Desaster, dass die Infrastruktur jenseits dieser magischen Grenze im ursprünglichen Zustand belassen und dann die neu gebaute Infrastruktur über solche Herumnüdeleien angeschlossen wird. Das könnte allerdings auch der Grund sein, warum in anderen Gegenden ebenfalls solche seltsamen Konstruktionen angelegt werden, darüber hatte ich mir in dieser Richtung bislang noch gar keine Gedanken gemacht.

    In diesem Falle wäre es aber sinnvoller gewesen, den Radweg dann einfach in seinem ursprünglichen Zustand zu belassen, als diese haarsträubende Konstruktion anzulegen.

  • Zitat

    Ich fahre über diese
    Kreuzung, egal in welche Richtung, nur noch auf der Fahrbahn. Wenn der Rennleitung das nicht passt, bin ich gerne bereit, die 15,- Verwarngeld bis vors Gericht zu bringen

    @DMHH Anstatt sich ein 15,- Euro-Ticket verpassen zu lassen und dagegen gerichtlich vorzugehen (kannst du nur dann gewinnen, wenn du eine Gefährdung auf dem Radweg oder dessen Unbenutzbarkeit glaubhaft machen kannst), wäre es doch sinnvoller, gegen die Benutzungspflicht eines solchen "Radwegs" Widerspruch einzulegen und bei dessen Ablehnung zu klagen. Die 15,- Euro-Nummer bringt leider nichts für den Radverkehr.

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • wäre es doch sinnvoller, gegen die Benutzungspflicht eines solchen "Radwegs" Widerspruch einzulegen und bei dessen Ablehnung zu klagen.

    Kann da jemand von aktuellen Erfahrungen aus Hamburg berichten? Anscheinend lassen es die Behörden mittlerweile ja recht selten auf ein Verfahren ankommen und schrauben das blaue Blech direkt vom Mast herunter. Ich habe mal wegen der Hummelsbütteler Landstraße eine formlose Mail geschrieben, dann nach einiger Zeit noch mal nachgefragt und schwups, waren die Schilder weg. Kann natürlich sein, dass da parallel dazu jemand kräftig Stunk gemacht oder die Behörde von selbst zur Überzeugung gelangt ist, dass es so nicht geht, aber offenbar hat das an anderen Straßen ebenfalls mit einer einfachen Mail geklappt, sofern es sich nicht gerade um eine vielbefahrend Hauptstraße handelt. Was das angeht, kann man der Hansestadt kaum Vorwürfe machen.

  • Die Behörden lassen es nach wie vor auf ein Verfahren ankommen. Neueste Masche: Ein Widerspruch oder Antrag auf Aufhebung einer Benutzungspflicht wird nicht abgelehnt, sondern wie folgt beantwortet: " Die Benutzungspflicht wird aufgehoben". Ein paar Jahre lang passiert dann nichts. Sebst gegenüber dem Verwaltungsgericht werden Falschaussagen getätigt.

    Was Hauptstraßen angeht, gilt unverändert die oberste Doktrin, den Radverkehr mit allen Tricks und z.T. rechtswidrigen Anordnungen von der Fahrbahn fernzuhalten. Oftmals geht es dabei nur um die Räumzeiten. In Hamburg wird sich in dieser Beziehung nichts ändern, solange nicht mehr Leute gegen diesen Irrsinn klagen!

    "Terrorismus ist der Krieg der Armen und der Krieg ist der Terrorismus der Reichen"
    Peter Ustinov

  • Die Behörden lassen es nach wie vor auf ein Verfahren ankommen. Neueste Masche: Ein Widerspruch oder Antrag auf Aufhebung einer Benutzungspflicht wird nicht abgelehnt, sondern wie folgt beantwortet: " Die Benutzungspflicht wird aufgehoben". Ein paar Jahre lang passiert dann nichts. Sebst gegenüber dem Verwaltungsgericht werden Falschaussagen getätigt.

    Na gut, da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wenigstens der Hamburger Westen, in dem ich mich primär herumtreibe, hat in den letzten beiden Jahren deutlich an blauen Schildern verloren, da kann ich mich teilweise überhaupt nicht beklagen. Andererseits: Die Sache mit der Ankündigung der Aufhebung der Benutzungspflicht kenne ich auch. Bei mir vor der Haustür ist auch noch ein Gehweg mit Zeichen 240 beschildert, das wohl schon seit mittlerweile drei Jahren eigentlich entfernt werden sollte. Man findet aber offenbar den Werkzeugkasten nicht.

    Oftmals geht es dabei nur um die Räumzeiten.

    Das ist tatsächlich ganz interessant. Im Kleinen Schäferkamp und Beim Schlump darf mittlerweile auf der Fahrbahn geradelt werden, aber vor der Kreuzung mit der Schäferkampsallee – Schröderstiftstraße geht’s kraft Zeichen 237 wieder auf einen Radweg, um sich dank der Sichtbeziehungen wieder mit dem Abbiegeverkehr in die Quere zu bekommen und dann auf der anderen Seite der Kreuzung wieder auf die Fahrbahn zu plumpsen. Gerade da, wo es gefährlich wird, zwingt man den Radverkehr wieder in die Gefahrenzone. Die Räumzeiten müssen ja tatsächlich sowas von heilig sein.

  • Wie wäre es damit Benutzungspflichten einmal systematisch Anzugehen?

    1. Widerspruch von Person X in Strassenzug Y

    2. Nachfragen...

    3. Anzeige wegen Untätigkeit

    Schätze der ADFC hat da eine Datenbank...

    Aber was die blauen Lollis angeht könnte man sogar einen Thread aufmachen.

    Mich würde hier wirklich eher interessieren auf welcher Grundlage diese Radweg/Rechtsabbieger-Kombination überall in Hamburg entsteht.

    Ist das in der Plast9?

  • Die Plast9 auf hamburg.de ist Müll. Da kann man nur lesen aber keinen Text kopieren

    Kapitel 4.3.3 beschreibt jedenfalls die "Vorbeifahrtstreifen"


    Wer sich dort überden Haufen fahren lässt ist zumindesten unschuldig.


  • @DMHH Anstatt sich ein 15,- Euro-Ticket verpassen zu lassen und dagegen gerichtlich vorzugehen (kannst du nur dann gewinnen, wenn du eine Gefährdung auf dem Radweg oder dessen Unbenutzbarkeit glaubhaft machen kannst), wäre es doch sinnvoller, gegen die Benutzungspflicht eines solchen "Radwegs" Widerspruch einzulegen und bei dessen Ablehnung zu klagen. Die 15,- Euro-Nummer bringt leider nichts für den Radverkehr.

    Da hast du zweifelsohne mal verdammt recht!
    Ja, ich sollte klagen. Aber - lame excuse - ich hab momentan in meinem Zeitmanagement andere Prioritäten. :)

    Klar, das sind nur mal 'n paar Minuten, um ein Schreiben aufzusetzen. Musterbrief vom ADFC nehmen und fertig.
    Aber man muss ja am Ball bleiben und so. Termine und Fristen einhalten etc.

    Beim ADFC wurde bereits angeregt, eine sinnvolle(!) und lesbare "Handlungsanweisung" für Klagen gegen die BP zu erstellen. Was-wann-wo-wie-warum-bei-wem-was-danach-mit-Fristen-etc.

    Hab aktuell keine Lust, mich da selbst einzuarbeiten. :rolleyes: